Mikroskopie, nur ein Hobby ?

Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

  • Liebe Foristen,

    Als Foreninhaber ist es mir oft schwer unparteiisch zu bleiben und neutral bei manchen Sachen zu agieren.
    Es ist nicht leicht, wenn man per PN oder auch manchmal ganz Offen mit Meldungen oder gar versteckten Vorwürfen überrascht wird.
    Aber die Mikroskopie und damit auch die hier im Forum verbundene Tätigkeiten faszinieren mich heute ebenso wie vor 50 Jahren herum,
    als ich mein erstes Mikroskoperl bekam, und diese Faszination ist es, die mich auch Widrigkeiten gegenüber einfach aus Freud an der Sach weitermachen lässt.

    Es gibt, so sagte mir ein (berühmter) CZJ-Entwickler mal, zwei Arten von Mikroskopikern,
    die Einen haben ein Mikroskop und tausende Präparate, die Anderen brillieren durch den Besitz von tausenden Mkroskopteilen,
    oft einige 10 und mehr an Mikroskopen und haben jedoch nur einige Präparate, mit denen sie Ihre Geräte testen.

    Ich meine, und damit sicher nicht nur mich Selbst, dass die Wahrheit bei unseren Foristen wohl irgendwo da in der MItte liegen dürfte.
    Natürlich, auf Grund meines Berufes bin ich auch eher ein "Schrauber" und "Tüftler" der gerne Geräte instand setzt, fehlende Teile als Nachbauten anfertigt und auch Geräte gerne repariert.
    Jedoch, auch die andere Seite des Mikroskopierens gefällt mir gut.
    Sei es anfertigen von Schliffen, oder eine Diatomeenzucht direkt auf Objektträgern, die im Bach neben meinem Haus hängen aufzuziehen, Spaß macht alles allzumal.

    Wir Alle als aktive Mikroskopiker haben also die Wahl, Naturverbunden auf Bergen, Sümpfen und Wiesen ebenso wie in Steinbrüchen und Gärten unsere Forschungsobjekte zu suchen, aber auch Objekte unserer Begierde im Haushalt, Werkstätte und Hof zu finden.
    Ebenso macht es einigen von uns sehr viel Spaß mittels Dünnschichtchromatografie Flechten zu bestimmen, einem Anderer wiederum hat seine Freude in der Spektroskopie gefunden, ein Dritter beschäftigt sich ausführlichst mit großem Erfolg an Kontrastversuchen, die Breitbandigkeit unseres Hobbys kann sich also wirklich sehen lassen.
    Kleine Geplänkel wer das "Beste" Gerät hat tun wir ja gerne weg, hat doch jeder sein Bestes Zuhause und arbeitet damit.

    Die Basis unseres Forums, und das haben auch nicht viele andere Hobbys an sich, liefert uns den Austausch über nationale Grenzen hinweg, wir frönen dem
    Erfahrungsaustausch mit anderen Mikroskopikern und es entwickeln sich oft auch dadurch Freundschaften, die sehr lange halten können, bedingt durch eben das gemeinsame Interesse an einer Sache.

    Im Falle des Falles setzen wir unsere Kenntnisse die wir uns selber beibrachten, erwarben oder erlernten ebenso wie unsere private Ausrüstung gerne auch für
    Neuzugänger, deren Fragen oder auch andere Mitmenschen um zu helfen, ein.

    Es ist meine Erfahrung der letzten 50 Jahre, dass es mal Zeiten mit intensiverer und dann wieder weniger intensivere Beschäftigung mit dem Mikroskop gab,
    aber das Interesse verloren an der Mikroskopie hat wohl niemand den es mal gepackt hat, der mal selber ein Präparat angefertigt oder nur durch ein gutes Gerät mal was Einzigartiges gesehen hat.

    Wenn mich mein Beruf mal nicht mehr in den Fängen hat, und die Familie dabei nicht vernachlässigt wird, findet sich auch sicher in meinem Ruhestand dann für mich da eine Beschäftigung die mich absolut , das weiß ich gewiss, bis an mein Lebensende beschäftigen wird.

    Es ist, sehe ich zumindest so, das Ziel der hier anwesenden Foristen, die zwischenmenschlichen Beziehungen und den Austausch von Interessen und Informationen im Forum zu fördern und zu publizieren, das Wissen und Können den Anderen zu zeigen, damit wiederum Andere anzuspornen immer einen Schritt weiter zu gehen, in die Richtung der personalen Optimierung unseres schönen Hobbys.

    In dem Sinne, eine schöne Advent-Zeit und vielleicht Mal ein wenig besinnliches dazu, zu unserem gemeinsamen Hobby.

    lg
    Franz ;)

    Über den Autor

    Mit 10 Jahren (1964) bekam ich mein erstes Mikroskop. Ein sogenannter Augenverbieger.
    Dazu möchte ich noch sagen, es hatte 3 Objektive, die Aufschrift "Revue" und war so an die 10-15 cm groß.
    3 Jahre lang "erforschte" ich mit diesem Ding alles , was mir unter die Finger kam.

    Es folgten immer bessere Geräte, MAX, Swift M2000, und danach endlich mein erstes JENAVAL von Zeiss Jena.
    Als ich in Budapest, 1983 in der Vertretung von CZJ (damals gab es noch den Ostblock) so ein Gerät das erste mal sah,
    begeisterte mich die optische Leistung und die Technik des Gerätes ungemein. Ich "schmuggelte" damals ein Ergaval über die Grenze.
    Das Jenaval vergaß ich jedoch nie.
    Lange nach der Wende endlich kaufte ich mir eines bei einem Händler in Deutschland und gebe es sicher nicht mehr her.
    Es hat den großen DIK Satz für alle Objektive und ein 250mm Großfeld inne. Es kam später ein Jenalumar für Fluoreszenz hinzu.
    Toll das alle Teile untereinander kompatibel sind.

    Irgendwann später ergatterte ich einen Interphako Aufsatz der über Moskau und Deutschland zu mir fand den ich restaurierte.
    Wiederum eine Zeitlang danach bekam ich dann ein vollständiges Jenaval Interphako das zum Jenapol Interphako umgebaut wurde.
    (Danke Freund Harald, du hast mein Leben verändert )
    Der dafür nötige Zwischentubus der Analysatoreinheit wurde von mir maßstabsgetreu in allen Teilen nachgefertigt und fand in einer 3-Stück Auflage für liebe Freunde seine Krönung.
    Seit einigen Jahren gibt es eine "Interphako" Runde die sich eigentlich alle Jahre zweimal im Jahr in Bamberg oder Jena trifft.
    Dazu gehört unter Anderen auch der Entwickler von CZJ, Hr. G. Schöppe (Bayer-Schöppe) der die erste und letzte Generation der Interphako Reihe entwickelte, wie Freund Harald Popp, dessen Wissen um die Jena Mikroskope (wie auch Olympus Geräte) schier unerschöpflich scheint.
    Der Lerneffekt war ungemein hoch und das Wissen sprang einen förmlich bei jedem Treff durch gute Vorträge und persönliche Freundschaft die sich entwickelte an.

    Um das Wissen nicht als "Singlelösung" zu horten schuf ich dann noch die Seite für CZJ Mikroskope (Jenaval, bes. Interphakos) interphako.com wo ich gerne Unterlagen einstelle und gratis weitergebe, obwohl ich diese meist nicht umsonst bekam. Diese Seite wurde von Zeiss Micro sogar in Facebook reingenommen.
    Viele noch ungescannte Unterlagen, einzigartige Konstruktionszeichnungen v. Mikroskopen (DIN A0) , Beschreibungen und technische Berichte warten noch auf ihre Bereitstellung, leider hält mich mein Broterwerbsberuf von den schönen Dingen des Lebens wie eben der Mikroskopie zeitlich ziemlich ab.
    Inzwischen avancierte auch ich zum Spezialisten der JENAVAl Serie, hab fast alles auf Lager zum reparieren und fertigen!, besonders die DDR Elektronik ist bei mir in guten Händen.
    Von Beleuchtung bis zum Rearmet, Digimin, Velomet gibt es alle Ersazteile, tlw. Neubearbeitungen, Platinen etc. hier und wird auch wieder Instandgesetzt. Sogar aus USA kamen schon Geräte zur Reparatur ;-). Dauert zwar aus tlw. elektronischen wie auch zeitlichen Gründen manchmal etwas länger, aber gut Ding braucht Weile. (wie ich vom Postversand oft leidvoll merkte)
    Neuestes Hobby, dieses Forum, die Begründung warum das, steht im Blog an erster Stelle.
    Inzwischen gibt es eine LED die als Einzelled mit 3,1x3,1mm Leuchtfläche, die von dieser Dimension her exakt in den Strahlengang anstatt der Wendel einer 100W Halogen (mit Spiegelbild) passt und den extremen Lichthunger des Jenavals stillt. Die Steuerung dafür (4Volt , bis 18 Ampere) gibt es schon seit einem Jahr und war eine EMV-technische Herausforderung.

    Kurz noch zum Beruflichen:
    Ausgebildeter Chemotechniker, zuerst bei Sandoz, dann im org. chem. Inst. der Uni Wien mit NMR-Technik tätig. Dabei auf Elektronik umgesattelt. Später für Varian tätig. Zweite Ausbildung zum Elektronik Ingenieur in 4 jährigem täglichem Abendunterricht für Berufstätige an der HTBL Wiener Neustadt. Abschluß Notendurchsnitt 1.0 und ein Diplomprojekt eines 7 GHz Netzwerkanalysators/Powermeters mit 2 Kanälen, Hard wie Softwaremäßig (Assembler) umgesetzt.
    Lange Jahre selbständig, eigene Firma habe ich heute noch und arbeite auch in einem sehr großen Unternehmen als Entwickler für HF, HighSpeed Elektronik und EMV-sicheres Design.
    Da in diesem Unternehmen Kundenentwicklungen getätigt werden ist die Breitbandigkeit entsprechend hoch, ich überlege mir wieder die Eröffnung eines Unternehmens mit dem Titel: "Traktoren, Rasenmähertuning, Herzschrittmacherentwicklungen, da unsere Abt. von Automotive bis Medizintechnik viel abdeckt.
    Dabei sind Mikroskope und Anschliffe meine Begleiter wo Leiterplatten, Bauteile usw. untersucht werden.

    2019 bin ich 65 und darf dann in die Pension wandern (nach 49 Arbeitsjahren!) ;) und dann beginnt das Leben für mich und die Mikroskopie erst richtig, hoffe ich.

    73+55, Franz, de OE3FGA (für die Amateurfunkollegen -mein zweites Hobby- unter Euch)
    --------------------------------------------------------------------------------------------------
    Die Welt wäre so schön wenn Frauen so einfach gestrickt wie die Maxwellschen Gleichungen wären --
    Mann könnte dann Störfelder berechnen und Wellen, Phasen und Ströme ....
    und die Harmonischen ganz leicht checken..

    http://interphako.at

    885 mal gelesen