Reparatur an Mikroskopen: RMS-Gewinde nachschneiden

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    Hallo Foristen,

    leichte Beschädigungen am RMS-Gewinde eines Objektives durch Schläge o.ä. können dazu führen, daß sich dieses nicht mehr leicht in den Revolver des Statives hineinschrauben läßt. Gewalt sollte auf jeden Fall vermieden werden, da dadurch das Gewinde im Revolver beschädigt würde.

    Um ein RMS-Gewinde mit einer derartigen Beschädigung wieder einsatzbereit zu bekommen, ist eine Bearbeitung vonnöten.

    Auch dieses Objektiv läßt sich in keinen Revolver einschrauben, da das Gewinde nicht tief genug geschnitten wurde.

    Wovon nun auf jeden Fall abzuraten wäre, ist das Benutzen einer Dreikantfeile. Das Gewinde würde dadurch noch mehr Schaden nehmen und ein hochwertiges Objektiv wäre dadurch ruiniert. <X

    Stattdessen wird eine Drehmaschine mit Zahnrädern bestückt, welche einen Vorschub von 25,4mm bei 36 Umdrehungen der Hauptspindel bewirken.

    Um das Gewinde nun nachbearbeiten zu können, ist ein passender Schneidstahl zu verwenden für den nötigen Flankenwinkel des RMS-Gewindes.

    Nachdem die Gewinde nun vorsichtig nachgeschnitten wurden, ist auch wieder ein leichtes Eindrehen in den Mikroskoprevolver möglich. ^^

    VG
    Bernd

  • Jaa , cool ! Was hat so eine schöne Drehmaschine für einen Preis ? Danke aber , daß Du es zeigst , wie es gemacht wird .

    Könnte man von einem alten blöden Objektivrevolver auch ein weibliches RMS-Gewindestück nehmen und es mit einem schneidigen Schlitz versehen ( in der Art der Gewindeschneider ) und das Objektivgewinde so nachschneiden ? Ein echter RMS-Gewindeschneider wäre natürlich gut .

    gruß carypt

    • Offizieller Beitrag

    Hallo carypt,

    Könnte man von einem alten blöden Objektivrevolver auch ein weibliches RMS-Gewindestück nehmen und es mit einem schneidigen Schlitz versehen ( in der Art der Gewindeschneider ) und das Objektivgewinde so nachschneiden ?

    deine Ausdrucksweise kann einen aber auch manchmal aus den Socken hauen. =O
    Das Schneidwerkzeug sollte schon etwas härter sein als der zu bearbeitende Werkstoff. Objektivrevolver sind meist aus Messing gefertigt und daher für eine solche Aktion weniger geeignet. Dann sollte man schon eher eine RMS-Mutter aus Stahl anfertigen und diese zu einem Schneideisen umarbeiten.


    Ein echter RMS-Gewindeschneider wäre natürlich gut .

    Habe ich aber leider nicht. Deswegen muß ich mich eben mit meiner alten Drehmaschine begnügen. Und wie du selber gemerkt hast, komme ich damit zurecht. ^^

    VG
    Bernd

  • Der ungefähre Preis der Drehmaschine täte mich schon interessieren , bitte . :) Was bezahlt man für so ein Schnuckelchen ?

    ich habe mir mal einen Objektivadapter von Zeiss Jena 19mm auf RMS-Gewinde von raf-camera besorgt , der läßt sich nicht in das RMS-Gewinde meines scheinbar aus Eisen gefertigten Objektivrevolver meines Steindorf einschrauben , in keinen der drei Plätze . Bei Lomo und Hertel Reuß aber kein Problem .

    • Offizieller Beitrag

    Der ungefähre Preis der Drehmaschine täte mich schon interessieren , bitte . Was bezahlt man für so ein Schnuckelchen ?

    Kann ich nicht sagen, war ein Geschenk. :)


    ich habe mir mal einen Objektivadapter von Zeiss Jena 19mm auf RMS-Gewinde von raf-camera besorgt , der läßt sich nicht in das RMS-Gewinde meines scheinbar aus Eisen gefertigten Objektivrevolver meines Steindorf einschrauben , in keinen der drei Plätze . Bei Lomo und Hertel Reuß aber kein Problem .

    So etwas kann hin und wieder schon auftreten je nach Toleranzlage. Bei den T2-Adaptern hatte ich das auch schon desöfteren.
    Wie ist es denn mit den passeden Steindorf-Objektiven an anderen Revolvern? Die müssten ja dann regelrecht klappern.

    VG
    Bernd

    • Offizieller Beitrag

    Hallo carypt

    Hier kannst du dir deine Drehmaschine nach Wahl zulegen.
    Es rentiert sich absolut sicher, nachdem du das erste RMS Gewinde damit nach geschnitten hast.

    http://www.holzmann-maschinen.at/index.php?cPat…67n4tkhkpiat8v7

    lg
    Franz

    --------------------------------------------------------------------------------------------------
    Die Welt wäre so schön wenn Frauen so einfach gestrickt wie die Maxwellschen Gleichungen wären --
    Mann könnte dann Störfelder berechnen und Wellen, Phasen und Ströme ....
    und die Harmonischen ganz leicht checken..

    http://interphako.at

  • die Steindörfer lassen sich zumindest am Lomo problemlos eindrehen .
    ps : Sehe knapp 1000 Euro , das ist ja schnell wieder eingedreht . Macht man halt noch ein paar Kreisel .

    Einmal editiert, zuletzt von carypt (22. August 2016 um 20:07)

  • Hallo carypt!

    Also Hobby Drehmaschinen mit 300 oder 350 mm Spitzenweite und 100 mm Drehfutter kosten ab etwa 600,- je nach Ausstattung und Marke. Für diverses Werkzeug, das du noch dazu brauchst, kannst du locker noch mal so viel ausgeben <X
    Eigentlich sind fast alle dieser Maschinen von der chinesischen Firma Sieg nur mit verschiedenem Äußeren, Antrieb, Messleisten, ... (z.B. von Holzmann). Die mit ca. 300 mm sind die lathe C2, die etwas größeren die C3 und so weiter. Vergleiche mal die Maschinen verschiedenen Anbieter. Selbiges bei den Fräsmaschinen (X0, X1, X2, X3, ...). Manche deutsche "Hersteller" peppen diese Chinamaschinen noch ein wenig auf oder suchen sich die mit den besseren Eigenschaften heraus. Guckst du http://www.siegind.com/products.html

    Je schwerer die Maschinen, desto teurer und in der Regel auch genauer. Bei Werkzeugmaschinen macht's einfach die Masse.
    Mit den "echten" Profimaschinen z.B. aus DE können die Sieg aber nicht mithalten (vereinzelt gute Exemplare vielleicht). Da ist es wie bei Mikroskopen. Gute alte und gepflegte Gebrauchtmaschinen kaufen, wenn der Geldbeutel nicht reicht ...

    VG
    Klemens

  • Danke für die Lichtung des Angebotdschungels , das ist eine gute Einweisung .
    Die Firma Holzmann ist mir schon vorher als Düer-verkoper aufgefallen , da bin ich sketisch . Die Drehmaschinen , die ich gesehen hatte waren dann eher grün und schwer , nur sind solche auch gebraucht auch nicht eben billig .
    Aber 600 € + scheint mir nicht exorbitant teuer , was ich eher erwartet hätte , wäre ein Mindestpreis von 2000 € .

    Haben tät man ja vieles gern , aber für mich lohnt es sich erstmal nicht .
    Danke , gruß carypt

    • Offizieller Beitrag

    Hallo carypt

    Also ich habe von Holzmann Metall-Bandsäge, Fräse und Drehmaschine wie Schleifbock und Bohrerschleifgerät mit dem ich allem sehr zufrieden bin.
    Die Drehmaschine 750FDQ hat eine Spitzenweite von 750mm und funktioniert sehr gut und genau.
    Für ganz feine Arbeiten habe ich noch die Emco5 und eine DDR Fräse.
    Damit lässt sich schon gut arbeiten.

    fg
    Franz

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    Mann könnte dann Störfelder berechnen und Wellen, Phasen und Ströme ....
    und die Harmonischen ganz leicht checken..

    http://interphako.at

    • Offizieller Beitrag

    Hallo carypt,

    Die Firma Holzmann ist mir schon vorher als Düer-verkoper aufgefallen , da bin ich sketisch . Die Drehmaschinen , die ich gesehen hatte waren dann eher grün und schwer , nur sind solche auch gebraucht auch nicht eben billig .

    hast du dir diese Maschinen eigentlich schon näher angeschaut, ggf. davorgestanden und damit etwas gedreht oder wie kommst du zu diesem Urteil? Eine dieser Drehmaschinen habe ich zufällig baugleich vom anderen Anbieter und in grüner Lackierung. Auf den Fotos wirken diese Machinen nahzu wie kleine Spielzeuge, zumal sie auch noch in verschiedenen Farben lackiert sind. Aber ich möchte dich mal sehen, wie du eine solche Maschine in der Hosentasche von A nach B schleppst.
    Und was ist denn für dich billig und was ist teuer?

    VG
    Bernd

  • ich hatte bei Holzdrehmaschinen geguckt , fand an den Holzmännern eigentlicht nichts anderes nur eben 3x so teuer wie Vergleichsbilligangebote .
    Aber ich sehe eure Wertschätzung und werde mein Urteil revidieren . Dann bitte ich meinen vorlauten Irrtum zu entschuldigen .

  • Hallo,
    das ist ja der beste Beitrag über ein Zeiss-Bauteil den ich je gelesen habe. 8)
    Gibts da noch mehr in der Art?

    Viele Grüße
    Max

  • Hallo Leute,

    es sollte jetzt nicht eine Kritik an diesen Chinamaschinen sein. Man kann durchaus ordentlich damit arbeiten, wenn man damit umzugehen weiß und sich bewusst ist, dass es eben eine solche Maschine ist. Meine Drehmaschine von Bernardo Größe C3 und die Fräse in X2 habe ich mir vor Ort ausgesucht und sie funktionieren "wie ich es mir erwartet habe". Aufpassen muss man bei den Gussteilen, dass man keine erwischt wo z.B. Lunker in der Gleitbahn sind und wo die beweglichen Teile leichtgängig aber spielfrei funktionieren.
    Gewinde schneiden kann man mit (fast) allen. Bei den kleineren ist mehr Rüstaufwand (Zahnrädersatz wechseln), bei größeren reicht es ein paar Hebel umzulegen.

    Es ist wie gesagt wie mit Mikroskopen. Zwischen Zeiss und einem Chinamikroskop ist eben auch eine Unterschied wie bei einer Schaublin und einer Sieg. Gute gebrauchte deutsche Maschinen mit ordentlich Masse kriegt man immer wieder ganz günstig. Leider hab ich nicht den Platz dazu :(

    VG
    Klemens

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Foristen

    Am besten funktioniert das Nachschneiden von Gewinden immer noch mit dem richtigen (Sonder)Werkzeug von [lexicon='CZJ',''][/lexicon] selbst ;)


    fg
    Franz

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    • Offizieller Beitrag

    Guten Morgen Foristen,

    als Nachsatz möchte ich noch Folgendes erwähnen: Der beste Weg ist natürlich immer, wenn die Sachen von vornherein so behandelt werden, daß keine Reparaturmaßnahmen vonnöten sind. Gut und schön, aber was tun, wenn das Kind nun leider doch tief im Brunnen liegt? Es versteht sich von selbst, daß eine gewisse Sorgfalt angewendet werden muß, wenn durch die Reparatur nicht weitere Schäden enstehen sollen. Da so ein Objektiv ein mitunter dünnwandiger Messingzylinder mit gefasster Optik ist, darf dieses natürlich nicht so fest eingespannt werden wie Vollmaterial, von dem noch einiges abzunehmen ist. Schließlich mußte das Gewinde nur minimal nachbearbeitet werden. Hohe Spannkräfte sind dabei nicht erforderlich.
    Desweiteren muß gerade bei moderneren Objektiven darauf geachtet werden, daß die Oberfläche nicht unnötig beschädigt wird.
    Dabei hinterlassen auch Spannzangen gewisse Spuren. Daher ist es am günstigsten, eine passende Hülse aus Kunsstoff anzufertigen mit einem Schlitz, so daß die feine Oberfläche auch geschont bleibt.
    Das habe ich für das erste Objektiv auch so gemacht, beim zweiten habe ich diesen Aufwand gespart, da es ohnehin schon defekt gewesen ist. Es wurde damit sozusagen "geübt". :)

    VG
    Bernd

  • Hi Bernd,
    I have sometimes ago bought four Olympus microscope objectives which I found very good but unfortunately needing an adapter to be used on my Zeiss scopes.
    They are about 2 cm long, one side threaded internally, and the other externally at 36 tpi.
    The pitch is therefore 25,4/36= 0,7055 mm.
    My metric lathe can cut threads with a pitch of 0,700 mm.
    If I cut a thread wit it, will it fit in the objective and in the revolver, considering the limited number of turns involved?
    Regards,
    Salvatore

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