Herstellung von genau passenden Phasenkontrastblenden für verschiedene Objektive

  • Hallo liebe Forumsteilnehmer,

    durch einen Beitrag von Herbert Dietrich im deutschen Forum inspiriert, habe ich mich auch an der Herstellung verschiedener Phasenblenden versucht.

    Zuerst mußte ich die notwendige Größe der einzelnen Phasenringe für jedes Objektiv ermitteln.
    Eine kleine auf Papier gedruckte Schablone mit Kreisen von 1 bis 6mm Durchmesser, abgestuft alle 0,25mm diente mir dazu.

    Das Trägermaterial sind runde Deckgläser mit 18mm Durchmesser.
    Sie wurden mehrmals mit schwarzem Hochhitzelack besprüht, der im Minibackrohr aushärtete.
    Dann wurde eine zentrisch laufende Aufnahme gedreht, in welcher die Deckgläser fixiert werden konnten.
    Diese Aufnahme wurde in das Backenfutter der Drehbank gespannt und nach vorherigem genauen Zentrieren des Stichels konnte einfach nach den Koordinaten des Quervorschubs der erforderliche Durchmesser aus dem Lack ausgedreht werden.

    So entstand eine ganze Anzahl verschiedener Phasenblenden, passend zu den jeweiligen Objektiven verschiedener Marken.

    Problemlos konnte ich so auch für mein [lexicon='CZJ',''][/lexicon] Phv 16/0,30 eine 'zweiringige' Phasenblende herstellen.

    Der Vorteil dieser neuen Blenden ist, daß ich nun die Kondensorapertur genau auf die Objektivapertur einstellen kann, ohne Auflösungsverluste hinnehmen zu müssen.
    Ich hoffe, meine Bastelei gefällt einigen.

    Liebe Grüße,
    Johann

    Einmal editiert, zuletzt von Johann_M (13. März 2015 um 22:40)

  • hallo Johann

    ob die Idee gefällt ?
    Diese Idee ist genial und, falls man eine kleine Drehbank hat, auch nachvollziehbar,

    nur der von Dir angegebene Link führt zumindest bei mir ins Leere

    danke

    Wolfgang

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Johann,

    Genial. Die EMco5 im Haus ersetzt manchen Onlinehändler, kann man nun getrost schon sagen ;)
    Danke fürs zeigen, das wird in die Filebase genommen wenn du es auch möchtest!

    lg
    Franz

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    Die Welt wäre so schön wenn Frauen so einfach gestrickt wie die Maxwellschen Gleichungen wären --
    Mann könnte dann Störfelder berechnen und Wellen, Phasen und Ströme ....
    und die Harmonischen ganz leicht checken..

    http://interphako.at

  • Hallo Bernd und Franz,

    ich danke Euch für die Beurteilung meiner feinmechanisch/optischen Bastelei.
    Es ist ja nichts Neues (Bernd hat darüber ja auch schon in seinem ehemaligen Forum referiert), aber wer macht einem schon sowas wenn man es braucht?
    Du, Franz hast mir liebenswürdigerweise erstklassige Phasenkontrastblenden (oder Lichtringblenden) geschenkt, die ich zum Teil (abhängig von der Ringgröße) verwenden kann, allerdings unter Anpassung der Kondensorapertur, die dann aber nicht unbedingt der Objektivapertur entspricht.
    Das war der Grund, mich an die Herstellung von genau auf die [lexicon='Objektive',''][/lexicon] abgestimmten Lichtringblenden zu machen.
    Gut ist es, wenn das Ausgangsmaterial bereits die Endabmessungen besitzt (wie z.B. das Deckglas), damit nicht nach dem Ausdrehen der Phasenringe noch mechanisch nachbearbeitet werden muß.
    Die geringe Dicke der Deckgläser bietet den Vorteil, daß bei etwas mehr Druck des Stichels sich das Decklas durchbiegt und so ein Verkratzen der Glasoberfläche vermieden wird.
    Natürlich kann man aber auf diese Weise auch z.B. Objekträger bearbeiten, wie es Johannes Kropiunig schon einmal im 'anderen' Forum gezeigt hat.
    Und wichtig ist, daß man die Maße der Lichtringe nicht bis zum Äußersten ausreizt, sondern einen gewissen Sicherheitsabstand gegenüber den Phasenringen der [lexicon='Objektive',''][/lexicon] einhält, um Überstrahlungen und Kontrastverluste zu vermeiden. Der Lichtverlust dadurch ist ja minimal.
    Als Beispiel zeige ich (freihand durch das Einstellfernrohr photographiert), wie Lichtring und Phasenring bei meinem Meopta Ph20/0,45 zusammenpassen:

    Und jetzt nocheinmal an Dich gewandt, lieber Franz,
    wenn Dir dieser Beitrag interessant genug erscheint, auch in die filebase aufgenommen zu werden, mache ich es natürlich gerne.

    Liebe Grüße an euch beide,
    Johann

  • Hallo Johann,

    von deinen Künsten bin ich sehr beeindruckt. Mit ähnlichen Methoden habe ich bereits viele Stunden versucht, präzise Blenden herzustellen. Dazu habe ich schon mit diversen Lacken in verschiedensten Schichtdicken sowie verschiedenen Spitzenformen experimentiert. Leider habe ich keine Drehbank und musste daher auf einen Lackringdrehteller ausweichen (der für so eine Anwendung eigentlich zu unpräzise ist). Problematisch war dabei immer der Übergang Lack-Lichtdurchlass. War der Lack zu weich (manche Lacke werden selbst nach intensiver Trocknung nicht richtig hart), gab es Fransen. War er zu trocken/spröde, hatte ich mit Ausbrüchen zu kämpfen. Und manche Lacke liesen sich nur noch ganz schlecht abkratzen. Deswegen liegt diese Projekt bei mir aktuell auf Eis.

    Ein paar Fragen hätte ich zu diesem Thema an dich:
    - Ist dein Stichel eher stumpf oder spitz wie eine Nadel? Ich habe auch schon an eine Art Stechdrehmeißel gedacht...
    - Sind deine Kanten bei näherer Betrachtung sauber? Die mikroskopische Untersuchung von Originalblenden zeigte mir absolut messerscharfe, ideale Blenden, bei denen man wirklich eine 90°-Treppe hat. Über die Herstellungsmethode ist leider nichts bekannt...
    - Welchen Lack verwendest du genau? Eine dicke Schicht oder mehrere dünne Schichten?

    Viele Dank und herzliche Grüße
    Michael

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Johann,

    die dünnen Deckgläser sind gegen Druckspannungen sehr empfindlich und entsprechendes Feingefühl muß man haben, wenn man sie z.B. nach dem Tümpeln wiederverwendet. Wenn sich das Deckglas in deiner Aufnahmevorrichtung noch durchbiegen kann, wird es nicht plan aufliegen, sondern wohl nur auf einem dünnen Rand.
    Ich werde es auf jeden Fall mal antesten. Für normale Phasenblenden habe ich zwar momentan keinen Bedarf, aber mir schweben da noch einige Sonderformen vor, mit denen sich noch zu experimentieren lohnt. ;)

    Viele Grüße
    Bernd


  • Ein paar Fragen hätte ich zu diesem Thema an dich:
    - Ist dein Stichel eher stumpf oder spitz wie eine Nadel? Ich habe auch schon an eine Art Stechdrehmeißel gedacht...
    - Sind deine Kanten bei näherer Betrachtung sauber? Die mikroskopische Untersuchung von Originalblenden zeigte mir absolut messerscharfe, ideale Blenden, bei denen man wirklich eine 90°-Treppe hat. Über die Herstellungsmethode ist leider nichts bekannt...
    - Welchen Lack verwendest du genau? Eine dicke Schicht oder mehrere dünne Schichten?

    Viele Dank und herzliche Grüße
    Michael

    Hallo Michael,

    der Stichel ist ein 2mm Spiralbohrer, auf einer feinen Schleifscheibe zugespitzt und die Spitze vorsichtigst mit Polierpapier abgezogen damit sie nicht kratzt.

    Als Lack habe ich Hochhitzelack von Genius verwendet. In Abständen von einigen Minuten (Trockenzeit) habe ich 3 mal relativ satt gesprüht und anschließend im Backrohr bei ca. 180 Grad 25 Minuten aushärten lassen.

    Zur Beschaffenheit der Ränder zeige ich Dir einige Bilder, die ich mit dem Stemi gemacht habe.
    Da die Durchlichtbeleuchtung mit der Jansjö einen gelblichen Farbton erzeugte, habe ich die Bilder in Graustufen umgewandelt, sowie den Kontrast etwas verstärkt.

    Liebe Grüße und Danke für Dein Interesse ,
    Johann


  • Wenn sich das Deckglas in deiner Aufnahmevorrichtung noch durchbiegen kann, wird es nicht plan aufliegen, sondern wohl nur auf einem dünnen Rand.

    Hallo Bernd,
    ja, die Deckgläser liegen auf einem 0,5mm breiten und 0,5mm tiefen Rand auf und werden mit einem Überwurfring und einem O-Ring fixiert.

    Liebe Grüße,
    Johann

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Johann,

    Danke für das Foto von der Aufnahmevorrichtung. So habe ich mir das auch gedacht und somit wird das runde Deckglas auch gut und sicher gehalten. Über deine Ergebnisse kann man wirklich auch nicht meckern. So dürfte es unter diesen Voraussetzungen auch nicht mehr allzu schwierig werden, eine Ringblende zu erzeugen mit 1,52mm Innendurchmesser und 1,8mm Außendurchmesser.
    Je nach Kondensorbrennweite können solche Blenden recht filigran ausfallen.

    Viele Grüße
    Bernd

  • Hallo Johann,

    vielen Dank für die weiteren Details zu deiner Technik sowie die Fotos. Das sind in der Tat sehr schöne Blenden, die bei korrekten Maßen den Originalblenden in nichts nachstehen dürften. Hut ab vor dieser Leistung. :)

    Viele Grüße
    Michael

  • So dürfte es unter diesen Voraussetzungen auch nicht mehr allzu schwierig werden, eine Ringblende zu erzeugen mit 1,52mm Innendurchmesser und 1,8mm Außendurchmesser.
    Je nach Kondensorbrennweite können solche Blenden recht filigran ausfallen.

    Hallo Bernd,

    die Schwierigkeit wird sein, ohne Lupe mit dem Stichel auf hundertstel mm genau das Zentrum zu finden, von dort weg gehts ja mit dem Quersupport einfach nach der Skalenteilung am Handrad (bei der EMCO5 Teilung 0,05mm).
    Verbesserungen (Stichwort Hilfsmikroskop) sind da noch notwendig.

    Liebe Grüße,
    Johann

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Johann,

    Ja, ich bitte um Eintrag in Filebase, absolut Top!
    Danke

    lg
    Franz

    --------------------------------------------------------------------------------------------------
    Die Welt wäre so schön wenn Frauen so einfach gestrickt wie die Maxwellschen Gleichungen wären --
    Mann könnte dann Störfelder berechnen und Wellen, Phasen und Ströme ....
    und die Harmonischen ganz leicht checken..

    http://interphako.at

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Johann,

    Zitat

    die Schwierigkeit wird sein, ohne Lupe mit dem Stichel auf hundertstel mm genau das Zentrum zu finden, von dort weg gehts ja mit dem Quersupport einfach nach der Skalenteilung am Handrad (bei der EMCO5 Teilung 0,05mm).

    das Zentrum könnte man sich mit einer Körnerspitze o.ä. mit dem Reitstock markieren und von dort aus mit dem Quersupport den gewünschten Radius anfahren. Oder man stellt von einem Referenzmaß zu, das man zuvor vermessen hat.

    Viele Grüße
    Bernd

  • Hallo Johann,

    das Zentrum könnte man sich mit einer Körnerspitze o.ä. mit dem Reitstock markieren und von dort aus mit dem Quersupport den gewünschten Radius anfahren. Oder man stellt von einem Referenzmaß zu, das man zuvor vermessen hat.

    Viele Grüße
    Bernd

    Hallo Bernd,

    ich glaube nicht, daß der Reitstock so absolut genau ins Zentrum trifft und die Körnerspitze wird auch zu grob sein.
    Besser dürfte es sein, mit dem Stichel an einem Probestück das Zentrum empirisch zu ermitteln. Dazu muß sich der Stichel auch genau in der Höhe der Zentrums befinden, sonst bekommt man nie einen Punkt sondern nur einen zwar kleinen, aber doch einen Kreis. Und wahrscheinlich braucht man bei diesen Dimensionen, wie schon erwähnt, eine Lupe.

    Liebe Grüße,
    Johann

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Johann,

    eine einfache Lupe wäre zu ungenau. Ein Stemi mit Okularmikrometer wäre da schon angebracht und damit lassen sich auch die fertigen Phasenblenden bequem vermessen. :)
    Der Reitstock sollte aber schon fluchten, würde der 1mm-Bohrer schnell abbrechen.

    Viele Grüße
    Bernd

  • Hallo Bernd,

    schwierig wäre es für mich, so ein Stemi an der Drehbank passend zu montieren aber ein halbes müsste sich da installieren lassen.
    Der Mittelpunkt hat ja keine Dimension, da nützt mir ein Stemi eh nix :D .

    Liebe Grüße,
    Johann

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Johann,

    wer sagt denn, daß sich das Stemi an der Drehbank befinden muß? Du kannst doch die Blende im Halter doch mal eben ausspannen, um am Stemi zu vermessen, wo dein Testring liegt.
    Man könnte allerdings auch mit einer Videokamera und Makro-Opik vermessen. Und das im eingespannten Zustand.

    Viele Grüße
    Bernd

  • Lieber Bernd,

    ich meinte die Kontrolle der Zustellung des Werkzeuges genau ins Zentrum. Dann Nullstellung am Skalenring des Querschlittens.
    Von da ab geht alles nur nach der Skala unter Beobachtung des Arbeitfortschritts.

    Liebe Grüße,
    Johann

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