Koma bei Objektiven

  • Hallo liebe Forenteilnehmer,

    hat schon einmal wer versucht, die Koma bei einem Objektiv zu beseitigen oder zu verringern?
    Ich habe zwei CZ Planachromate, die diesen Fehler aufweisen:

    Wäre es sinnvoll, die einzelnen Linsen zu verdrehen um eine Verbesserung zu erreichen?

    Viele Grüße,
    Johann

    Einmal editiert, zuletzt von Johann_M (18. Februar 2016 um 11:36)

    • Offizieller Beitrag

    Lieber Johann,

    Bild ist nicht richtig hochgeladen, bitte noch einmal probieren. :)

    Die Frage ist zunächst, ob dieser Fehler auch bei Objektiven der selben Baureihe zu erkennen ist oder ob nur mit diesem Objektiv etwas nicht stimmt.
    Wenn das Bildergebnis nun eh unbefriedigend ist, kann man es natürlich mit diversen Versuchen probieren. Es könnten aber auch gewisse Scheibchen innen fehlen, welche die einzelnen Linsenglieder auf optimaler Distanz halten.

    VG
    Bernd

  • Danke für die schnelle Antwort, lieber Bernd.
    Das Bild habe ich nochmals als Vorschaubild hochgeladen.

    Was meinst Du mit der selben Baureihe?
    Die GF-PA 3,2x 25x 40x und 100x weisen keine Koma auf.

    Scheibchen dürften keine fehlen, da ja nur die Rotationssymmetrie gestört ist.
    Eine Koma deutet eher auf Verspannungen hin; allerdings habe ich das 10x schon früher einmal wegen der schlechten Abbildungsleistung geöffnet gehabt und beim Zusammenbau darauf geachtet, daß es nicht zu fest verschraubt wurde.
    Das 12,5x habe ich noch nicht geöffnet und werde zunächst nur versuchen, den Schraubring zu lockern.

    Liebe Grüße,
    Johann

    Einmal editiert, zuletzt von Johann_M (18. Februar 2016 um 11:51) aus folgendem Grund: Rechtschreibfehler

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Johann,

    Ich hatte mal so ein Objektiv, 40x0,65 mit KOma Fehler.
    Tip von einem Zeissianer ([lexicon='CZJ',''][/lexicon]) lass es lange in einem Wärmeschrank bei so 50 Grad liegen.
    Lange war gut, es liegt nun seit ca einem Jahr drinnen, beheizt und es wird echt immer besser.

    Ich bin gespannt ob es dann echt malö wieder sauber ist.

    lg
    Franz

    --------------------------------------------------------------------------------------------------
    Die Welt wäre so schön wenn Frauen so einfach gestrickt wie die Maxwellschen Gleichungen wären --
    Mann könnte dann Störfelder berechnen und Wellen, Phasen und Ströme ....
    und die Harmonischen ganz leicht checken..

    http://interphako.at

    • Offizieller Beitrag

    Was meinst Du mit der selben Baureihe?

    Lieber Johann,

    damit meine ich, ob zu zufällig mehrere Exemplare vom 10x bzw. 12,5x zur Verfügung hast, um diese Bildfehler miteinander vergleichen zu können. Und wie stellst du dir das mit dem Verdrehen vor? Dazu bräuchte man eine spezielle Fassung, die es ermöglicht, daß man bei Verdrehen mögliche Änderungen beobachten kann, zumal es ja mehrere Parameter gibt, wenn mehrere Linsenglieder im Spiel sind.
    Und die Ursachen können eben auch vielfältiger Natur sein. Ein kleiner Schlag durch Hinfallen auf harten Untergrund könnte da schon reichen.

    VG
    Bernd

  • Hallo Franz und Bernd,

    ich habe jetzt das Objektiv zerlegt gehabt.
    Erstens einmal war bei den untersten beiden Linsen Immersionsöl drinnnen - allerdings nicht auf den Linsenoberflächen - , das habe ich entfernt. Alle Teile hatten eine feine Markierung und genau so habe ich es wieder zusammengebaut.
    Der Fehler blieb gleich.
    Dann hab ich es nocheinmal zerlegt und die Einzellinsen wahllos gedreht wieder eingebaut und der Fehler war noch immer da; nicht größer und nicht kleiner.
    Wenn ich einmal vieeel Zeit habe, baue ich mir interessehalber vielleicht eine, wie von Dir Bernd, erwähnte Fassung, in der ich die Einzellinsen gezielt verdrehen und die Veränderungen gleichzeitig beobachten kann. Vor allem um festzustellen, welches Linsenelement den Fehler erzeugt.
    Derzeit liegt meine Präferenz aber auf einem Kauf eines intakten Objektivs.

    Liebe Grüße an Euch beide
    Johann

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Johann,

    An diesem Tool zum einstellen wäre ich auch interessiert.
    Wegen deiner [lexicon='Objektive',''][/lexicon], du kannst sie gerne bei mir in den Wärmeschrank stellen, ob da 3 oder 5 drinnen stehen ist eigentlich egal ;)
    Meist passieren solche Fehler wenn das Objektiv mal auf die Tischplatte knallte (vom Boden ganz zu schweigen) wo sich eine Linse in der Verkittung verschiebt.
    Durch die lange Wärmebehandlung und totaler Senkrechtstellung des Objektives dürfte sich der Fehler heilen.
    Zumindest seh ich das bei meinen hier.
    Was man dazu braucht: Viel Geduld und Wärme ;)

    lg
    Franz

    --------------------------------------------------------------------------------------------------
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    • Offizieller Beitrag

    Hallo Johann,

    ich hatte nun auch schon einige Fälle, wo solch eine Fassung interessant gewesen wäre. Leider ist die Anfertigung einer solchen Fassung mit einigen Aufwand verbunden und es bleibt fraglich, ob man nun doch etwas bewirken kann. Also geht man den einfacheren Weg und kauft sich ein Ersatzobjektiv. Die Wärmebehandlung sollte nicht zu hefig ausfallen.

    VG
    Bernd

  • Lieber Franz,

    es hat mir keine Ruhe gelassen.
    Fest steht, daß die Frontlinse den Fehler erzeugt.
    Wenn ich den herausstehenden Teil der die Frontlinse beherbergt drehe, so wandert der Fehler mit:

    Dabei fiel mir auf, daß sich diese Frontlinsenfassung auch etwas kippen ließ.
    So baute ich mir ein Werkzeug, mit dem ich die Frontlinsenfassung einspannen konnte:

    Durch Hin- und Herkippen konnte ich dabei die Koma auf eine minimale Größe verringern:

    Leider habe ich verabsäumt, das Foto bei guter Fokussierung zu machen.

    Nun werde ich im Bereich der Frontlinsenfassung drei kleine Gewindebohrungen setzen und versuchen, diese Frontlinse optimal zu justieren.

    Ich hoffe, daß ich weniger lange dazu brauche, als das Objektiv im Wärmeschrank ruhen möchte :) .

    Trotzdem halte ich die Augen nach einem einwandfreien Objektiv offen.

    Liebe Grüße,
    Johann

  • Lieber Bernd,

    hier die Linsenanordnung des Objektivs:


    Die rot bezeichneten Teile sitzen sehr präzise mit Passung im Objektivkörper, allerdings ist der Paßsitz bei der Frontlinse nur sehr schmal und daher ist ein geringes Verkippen möglich.
    Die grün bezeichneten Distanzringe sind im Außendurchmesser eine Spur kleiner als der Innendurchmesser (16mm) des Objektivkörpers und dienen ja auch nur zur Abstandhaltung der einzelnen Linsen.
    Der Innendurchmesser ist so bemessen, daß die Linsenfassungen in den Distanzringen geringes Spiel haben und daher wird auch dieses leichte Verkippen der Frontlinsenfassung ermöglicht.
    Die Frontlinsenfassung würde zwar beim Verschrauben der Linsenkombination plan auf dem Bund des Objektivkörpers aufliegen, aber - vielleicht wegen einer vorhandenen Schieflage der Frontlinse in der Fassung - entsteht dann die Koma, die ich durch meine vorgesehene Kippmethode vielleicht beheben kann.

    Liebe Grüße,
    Johann

    • Offizieller Beitrag

    Lieber Johann,

    auch wenn der Passitz der Frontlinse sehr schmal ist, müsste die Fassung in den Stirnbereichen satt aufligen.
    Bei einigen Objektiven sieht man kleine Bohrungen, durch die sich ein Linsenglied über der Frontlinse zentrieren läßt, wenn die Schlitzmutter nicht angezogen ist. In dem Bereich ist der Außendurchmesser auch etwas kleiner, um die Verschieblichkeit zu ermöglichen.

    VG
    Bernd

  • Hallo Bernd,

    die Fassungen der Einzellinsen sind paßgenau, da würde sich nichts mit Schräubchen hin und herschieben lassen und der Komafehler entsteht meiner Meinung nach definitiv durch eine Verkippung der Frontlinse (in der Fassung?).
    Ich könnte natürlich, bevor ich Löcher für eine Zentrierung bohre, die Frontlinse unterm Stemi einmal genau anschauen um vielleicht etwas Ungewöhnliches (Linsenschiefstand) feststellen zu können. Und der ließe sich dann vielleicht mit der 'Wärmemethode nach Franz' beheben.

    Liebe Grüße,
    Johann

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Johann,

    dann müßte es sich aber um einen Kugel- oder Kegelsitz handeln, in dem die Frontlinsenfassung ruht und sich verkippen läßt. Ob das so beabsichtigt ist? Oder es hat sich ein feiner Grat gebildet, der verhindert, daß die Frontlinse plan aufsitzen kann.

    VG
    Bernd

  • Lieber Bernd,

    etwas verspätet..

    Deine Idee mit dem feinen Grat o.ä. veranlasst mich, sämtliche Einzelteile dieses Objektivs einmal genauestens unter die Lupe zu nehmen bevor ich mit mechanischen Änderungen beginne.

    Liebe Grüße,
    Johann

  • Hallo Jon,

    'Werkzeug' ist ja etwas zu hoch gegriffen.
    Es ist ein Stück Alu 20x5mm mit einer Bohrung 16mm und drei M2 Schrauben.

    Damit kann ich die hervorstehende Fassung der Frontlinse klemmen und dann hin und her kippen, bis ein optimales Bild erreicht ist.
    Damit habe ich aber nur herausgefunden, daß die Koma durch entsprechendes Verkippen der Frontlinse beseitigt werden kann.
    Über die hoffentlich erfolgreiche Beseitigung des Fehlers werde ich später in einem anderen Beitrag berichten.

    Liebe Grüße,
    Johann

  • Lieber Johann,

    auch wenn der Passitz der Frontlinse sehr schmal ist, müsste die Fassung in den Stirnbereichen satt aufligen.
    Bei einigen Objektiven sieht man kleine Bohrungen, durch die sich ein Linsenglied über der Frontlinse zentrieren läßt, wenn die Schlitzmutter nicht angezogen ist. In dem Bereich ist der Außendurchmesser auch etwas kleiner, um die Verschieblichkeit zu ermöglichen.

    VG
    Bernd


    Lieber Bernd,

    jetzt komme ich nocheinmal auf diesen Beitrag zurück.

    Nachdem ich das Objektiv wieder zerlegt habe, habe ich die einzelnen Linsen und Abstandshülsen vermessen.

    Und da ist mir der deutlich kleinere Durchmesser der Linsenfassung (4) aufgefallen und damit habe ich Deine Aussage "kleine Bohrungen, durch die sich ein Linsenglied über der Frontlinse zentrieren läßt" verstanden.
    Allerdings haben diese Bohrungen bei meinem Objektiv kein Gewinde, da sie aber bereits vorhanden sind, werde ich sie mit Gewinden versehen und vor anderen Reparaturmöglichkeiten versuchen, ob mit dieser beweglichen Linse eventuell die Koma korrigiert werden kann.

    Liebe Grüße und Danke für diesen wertvollen Tip,
    Johann

    • Offizieller Beitrag

    Lieber Johann,

    Und da ist mir der deutlich kleinere Durchmesser der Linsenfassung (4) aufgefallen und damit habe ich Deine Aussage "kleine Bohrungen, durch die sich ein Linsenglied über der Frontlinse zentrieren läßt" verstanden.
    Allerdings haben diese Bohrungen bei meinem Objektiv kein Gewinde, da sie aber bereits vorhanden sind, werde ich sie mit Gewinden versehen und vor anderen Reparaturmöglichkeiten versuchen, ob mit dieser beweglichen Linse eventuell die Koma korrigiert werden kann.

    dazu brauchst du doch in das Objektiv keine Gewinde reinschneiden, zumal es sowieso an der Stelle ziemlich dünnwandig ist.
    Dreh dir einen passenden Ring mit den Querbohrungen als Gewindelocher. Mit Schrauben, die eine dünne lange Spitze haben, wirst du diese Zentrierung ebenfalls durchführen können. In die die Gegenüberliegenden Löcher müssen Federstifte wirken, funktioniert dann wie das Köhlern. Dieses Werkzeug hatte sogar mal jemand bei Ebay angeboten, aber momentan scheint es ausverkauft.

    VG
    Bernd

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