Pantoffeltierchen und Sumpfwurm in slow motion Bewegungsstudien, sowie zwei unbekannte Objekte

  • Liebe Mikroskopiker-Hilfe-Gemeinde,


    ich bin als Neumikroskopiker Heuaufguss Fetischist. Stundenlang kann ich die Veränderungen in der Population, aber auch die einzelnen Individuen beobachten. Mit Euer und Internetunterstützung arbeite ich mich unbelastet voran. Begeistert war ich von meinen Videofilmen, die in den Bewegungen meiner kleinen Tropfengemeinde mir feine Details offenbaren, die mit Einzelbildern beim Durchlichtmikroskop eigentlich nicht erkennbar sind. Ich will sie Euch nicht vorenthalten und erbitte gleichzeitig neben heftiger Kritik auch Hilfe, wenn meine Zuordnungen nicht korrekt sind. Bernd Nomarski hatte ich eine fehlerhafte Equipmentangabe gemacht. Korrekt ist. Canon 7D Chipprojektion des Primärfokus, HD-Video.

    Hier sind die Youtube-Links(alles public):



    Wer weiß, was ich hier gefunden habe?



    Dieses folgende Gebilde (Foto) habe ich Spiralnebel getauft. Zuerst dachte ich an eine zufällige Anordnung von Irgendetwas. Jetzt ist es mir in vier Wochen zum zweiten Mal untergekommen. Es ist unbeweglich.


    Danke für die Mühe, auch des Filmeanschauens


    Leo

  • Hallo Leo,


    das ist aber nett, daß du die Angabe bezüglich des Kameramodells extra nochmal korrigiert hast. Das macht nicht jeder. Wäre dann APS-C statt Vollformat.

    Der Spiralnebel ist zwar schon ein interessantes Gebilde, aber leider ist die Detailerkennung recht dürftig, auch nach dem maximalen Einzoomen.

    Aber genau das wäre von Vorteil für eine sichere Bestimmung. So kann man eben wieder nur grob schätzen.

    Viele meinen, daß man unbedingt ein teures Mikroskop bräuchte mit hochwertigen Objektiven wie Neofluare und Planapos, dazu eine teure Kamera, um etwas brauchbares präsentieren zu können. Das stimmt nicht, auch aus einfachen Kursmikroskopen läßt sich einiges rausholen, wenn man es richtig anstellt. Und es wurden auch schon gute Bilder gezeigt mit Kameras, die neu weniger als 40 Euro gekostet haben. Aber davon wollen die Ästheten natürlich nichts wissen.:99:


    Beste Grüße

    Bernd

  • Danke für den Kommentar Bernd.


    Ich hoffte allein das Bild des Spiralnebels würde wenigstens schon zu einer Idee führen. Was schätzt Du denn grob ab?

    Leider sind auf die anderen Fragen bzw. Themen noch keine Kommentare eingegangen. Ich selbst war auf die Bewegtbilder vom Paramäzium stolz, weil man die Rippenstruktur bzw. die Ciliarwellenbewegung erkennen kann. Ich hatte darüber bisher nur zufällig einen Beitrag aus den 30iger Jahren zum Thema "Silberlinien" gelesen. Aber ich bin ja noch blutiger Laie und kann mich noch nicht über technische Finessen wie DIC und Substrukturen von 100 Jahre alten toten Kieselalgen auslassen.

    Das Leben in nahezu unerschöpfliche Artenvielfalt der Makrowelt erweitert meinen Horizont nach "unten". Das "Oben" war mein Hobby als Amateurastronomer die letzten 50 Jahre. Jetzt bin ich als Entdecker einer neuen Welt gewissermaßen in Goldgräberstimmung.


    Ich möchte an dieser Stelle ein Bonmot über den alten Frauenhofer, den Linsenpapst des 19. Jahrhunderts, zitieren.

    Als ein Käufer einer seiner (teuren) Linsen sich darüber beschwerte, das diese teilweise nicht perfekt ausgeschliffen war, entgegnete er:

    "Meine Linsen sind nicht zum Ansehen, sondern zum Durchsehen!"

    Ich bin zwar auch Ästhet, aber mehr auf die gar nicht mal neue japanische Art Lebensart des Wabi-Sabi, ein Konzept der Wahrnehmung ... „Es nährt alles, was authentisch ist, da es drei einfache Wahrheiten anerkennt: nichts bleibt, nichts ist abgeschlossen und nichts ist perfekt.“.(übersetzt: perfekt imperfekt). siehe ggf. Wikipedia.

    :evil: Übrigens, mein Mikroskop hatte 300€ gekostet. Aber darauf zielte Dein Kommentar ja nicht ab....


    Frühlingsgrüße aus Köln

    Leo

  • Hallo Leo,


    deinen Enthusiasmus kann ich ja auch in gewisser Weise nachvollziehen und ich bemühe mich, was über deinen Spiralnebel herauszufinden, aber versprechen kann ich (noch) nichts. Der Spezialist, den ich kenne, ist hier leider nicht vertreten, sonst könnte er am besten selbst dazu Stellung nehmen.

    Ich möchte an dieser Stelle ein Bonmot über den alten Frauenhofer, den Linsenpapst des 19. Jahrhunderts, zitieren.

    Als ein Käufer einer seiner (teuren) Linsen sich darüber beschwerte, das diese teilweise nicht perfekt ausgeschliffen war, entgegnete er:

    "Meine Linsen sind nicht zum Ansehen, sondern zum Durchsehen!"

    Vielleicht war es auch die Schicht des Schleifstaubs, welche das Durchsehen ein wenig behindert hatte. :99:


    Übrigens, mein Mikroskop hatte 300€ gekostet

    Und ich sitze die meiste Zeit an Mikroskopen, die am wenigsten gekostet haben.


    Dann noch weiterhin Frohes Tümpeln!

    Bernd


    P.S.: Schau mal unter Selenastrum. Am rechten Bildrand scheint eine Art davon vertreten zu sein.

  • Hallo Leo,


    oft bekommt man auf Beiträge nur wenig Kommentare, was aber nicht bedeutet das diese nicht gelesen werden.

    Zu deinen unbekannten Lebensformen kann ich leider nichts beitragen.

    Das ist mir ebenfalls schon passiert, dass ich Dinge gefunden habe, welche ich nicht einordnen konnte.

    Ich denke, dafür ist in der Mikrowelt einfach zu viel los.


    Auf jeden Fall finde ich es klasse, neben den weit entfernten und unerfassbar großen Dingen, sich auch für die nahen sehr kleinen Dinge zu interessieren.

    Bei mir war das umgekehrt: Erst habe ich mir den Mikrokosmos angeschaut und seit 2 Jahren wage ich ab und zu einen Blick in die ungendlichen Weiten.


    Weiterhin viel Spaß auf deiner Erkundungsreise und gerne schaue ich mir alle deiner weiteren Entdeckungen an.


    Gruß Detlef

  • Die kleinen possierlichen Bärtierchen habe ich in kleinen Mooskissen von Dachpfannen gefunden.

    Allerdings muss der Rasen ja sowieso irgendwann ausgeharkt werden.;)

    Ich würde mal schauen, ob du nicht irgendwo ein kleines zusammenhängendes Moostück finden kannst, an einem Stein, oder Gewächshaus, oder ...

  • Hallo Leo,


    die Videos sind für den Anfang garnicht schlecht. Man kann definitiv auch mit einfachem Equipment sehr gute Fotos und Videos machen. Wichtig ist eine einwandfreie Einstellung aller Komponenten und eine solide Kameraadaption. Am besten mit einem Pancake durchs Okular.


    Bärtierchen findet man fast überall. Schau mal nach Moospolstern in der Nähe von kalkhaltigem Gestein nach. Danach mit destilliertem Wasser übergießen und mindestens 2h lang in einer Petrischale stehen lassen.


    Wenn dir Bärtierchen gefallen, kannst du auf meinem YouTube Kanal ein paar Exemplare im DIC beobachten:)


    https://m.youtube.com/channel/UC8k7VLFX1rK40TCciz9DdHA


    Grüße,

    Simon

  • Kommentar noch an Bernd: Serlenastrum (Raphidocelis subcapitata, früher bekannt als Selenastrum capricornutum und Pseudokirchneriella subcapitata) gabs bei mir wirklich in Mengen, danke für den Tipp, danach habe ich mich gar nicht zu fragen getraut.


    P.S. Habe eben eine Riesenciliate gefunden, von der ich noch nie ein ähnliches Bild gefunden hatte, sieht aus wie eine asymmetrische schwimmende breitgequetschte Eistüte mit farbloser breigequetschter spitze. Schwimmt schnell mit der Öffnung voran und ist mindestens viermal so groß wie meine Standardpantoffeltierchen. Habe sie gebremst bekommen und ein paar slow motion Bewegungsstudien filmen können. Morgen an dieser Stelle.


    Gruß Leo

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