Beiträge von detlef.q

    Radialschnitt


    In der Mitte ein etwas über 20 Zellreihen hoher Holzstrahl. Gefäße haben einfache Durchbrechungen (EDB). Das Holzgrundgewebe besteht aus Libriformfasern (LF), es sind überall einfache Tüpfel vorhanden und keine Hoftüpfel.




    In R2 sind Spiralverdickungen (SV) in einem Gefäß sichtbar.




    Die intervaskularen Tüpfel (IvTü) in den Gefäßen stehen in alternierender (wabenartiger) Stellung.




    Die Ansicht R4 zeigt das Kreuzfeld (KF) mit den Kreuzfeldtüpfeln (KTü). Diese sind rund und haben eine Größe von 5 – 6 µm.




    Im polarisierten Licht zeichnen sich leichte Spiralverdickungen sogar in manchen Tracheiden ab.




    Tangentialschnitt


    Jetzt schauen wir uns das Holz im 90° Winkel zum Radialschnitt an:


    Dadurch bekommt man einen genauen Überblick über die Anordnung der Holzstrahlen. Diese sind homogen aufgebaut. Die Breite liegt bei 1 – 9 Reihen, die Höhe bei bis zu 68 Zellen (ca. 0,8 mm) und die tangentiale Holzstrahlendichte liegt bei 5 – 8 Strahlen/mm.




    Durch die Beschaffenheit der Holzstrahlen kann man die 3 Ahornarten mikroanatomisch einigermaßen unterscheiden.


    Beim Feldahorn (Acer campestre) sind die Holzstrahlen 1 – 4-reihig, Spitzahorn (Acer platanoides ) bis 5-reihig und beim Bergahorn (Acer pseudoplatanus) sind sie bis 8 Zellreihen breit. Ganz sicher kann hierbei jedoch nur der Feldahorn von den beiden anderen unterschieden werden. Spitz- und Bergahorn ähneln sich schon sehr. Gut wenn man da auf ein anderes Bestimmungsmerkmal wie Blätter oder Rinde zugreifen kann.


    Bestimmt werde ich im Laufe der Zeit auch das Holz eines Spitzahorns bearbeiten können. Dann sehe ich selber wie der Unterschied ist, bzw. ob ich sie mittels Mikroskop unterscheiden kann.


    T2 zeigt die homogenen Holzstrahlen in der Vergrößerung genauer. Zwischen 2 Holzstrahlen lassen sich gerade noch ein Parenchymstrang und in dem Gefäß die zarten Spiralverdickungen erkennen.




    Das nächste Bild bringt eigentlich keine große weitere Info, die einseitig behöften Tüpfel (HETü) lassen sich jedoch schön erkennen. Die Behöfung liegt auf der Gefäßseite. Auf der anderen Seite, zu den Parenchymzellen hin, sind die Tüpfel ohne Hof aufgebaut.




    In T4 zeige ich auch noch die intervaskularen Tüpfel im Schnitt, durch welche Gefäße miteinander verbunden sind.



    Hier endet mein kleiner Bericht.


    Ich bin ja nun kein Botaniker und hoffe immer, dass ich nichts Falsches schreibe. Falls jemand „vom Fach“ meinem Geschriebenen mal etwas hinzufügen oder mich verbessern kann, würde ich mich über diese Ergänzung sehr freuen, wie auch über allen anderen Beiträge.


    Viele Grüße

    Detlef

    Hallo zusammen,


    hier nun ein neuer kleiner Beitrag über ein weiteres Stück Holz aus einem Feuerholzstapel.


    Anfangs hatte ich überhaupt keine Ahnung was das sein könnte. Mit Hilfe des Bestimmungsschlüssels in dem Buch „Holzbestimmung mit dem Mikroskop“ von Bernd Miggel kam ich jedoch schnell auf die richtige Fährte.


    Bei der Bestimmung habe ich auch auf die Bücher „Microscopic Wood Anatomy“ von Fritz H. Schweingruber und „Die Hölzer Mitteleuropas“ von Dietger Grosser zurückgegriffen.

    Im Verlauf meiner Untersuchung war ich erst nicht ganz sicher, welche Ahorn-Art ich habe: Berg- oder Spitzahorn. Da ich zum ersten Mal Ahorn unter dem Messer hatte, wollte ich mir absolut sicher sein. Über die Blätter z.B. lässt sich die Art bestimmen, doch ein Blatt hatte ich nun mal nicht. Das Aussehen der Borke ist jedoch ebenfalls charakteristisch.


    Mein bearbeitetes Holzstück: Bergahorn (Acer pseudoplatanus).


    Die Borke hat ein schuppiges Aussehen und ist eher flach. Aufgrund der Dimension des Teilstückes muss der Gesamtdurchmesser bei etwas über 30 cm liegen.




    Die Borke des Spitzahorns sieht so aus:



    Statt der schuppigen Oberfläche weist die Borke in Längsrichtung tiefere Furchen auf. Erinnert etwas an die Borke einer Eiche.


    Hier ein Link zum Bergahorn: https://de.wikipedia.org/wiki/Berg-Ahorn

    Ein Unterscheidungsmerkmal der verschiedenen Ahornarten, aus mikroanatomischer Sicht, ist die Breite und Höhe der Holzstrahlen, doch dazu komme ich später.


    Kleine Würfel des Holzes habe ich ein paar Tage in Wasser gelagert, mittels Schlittenmikrotom geschnitten, gefärbt mit Etzold blau und eingebettet in Euparal.



    Querschnitt


    Zu sehen ist ein zerstreutporiges Holz mit einer deutlichen Jahresringgrenze (JG). Spätholzgefäße (SG) sind nur wenig kleiner als Frühholzgefäße (FG). Gefäße sind einzeln und in kleinen radialen Gruppen, mit bis zu 4 Gefäßen, angeordnet. Die Wachstumsrichtung im Bild verläuft von unten nach oben.





    Im Spätholz, direkt an der Jahresringgrenze, sind die Zellen des Holzgrundgewebes länglich-flach, dadurch lässt sich die Wachstumsgrenze gut erkennen. Holzstrahlen (HS) habe ich 1- bis 9-reihig vorgefunden. Parenchym (Pa) hier schon mal paratracheal spärlich.


    Der Gefäßdurchmesser im Frühholz liegt bei 50 - 90 µm. Das Holzgrundgewebe sieht unterschiedlich aus, es ist jedoch alles aus Libriformfasern aufgebaut.




    Im folgenden Bild ein 7- und ein 2-reihiger Holzstrahl. Die blaue Auskleidung in den Zellen des Holzgrundgewebes ist eine nichtverholzte und sich deswegen blau färbende Schicht. Dieses tritt im Zugholz auf, man bezeichnet diese Zellen als Reaktionsholz (RH).


    Interessant finde ich die Ansicht der 2 Gefäße in der Bildmitte: Das umgebende Holzgrundgewebe hat hier keine rote Farbe angenommen.




    Das Längsparenchym hat mich bei dieser Bestimmung etwas stärker beschäftig. Wie es scheint tritt es beim Ahorn etwas unregelmäßig auf, so unterscheiden sich auch die Aussagen in den mir zur Verfügung stehenden Büchern etwas.


    In Q4 sieht man ein paar Parenchymzellen an der Jahresringgrenze. Dieses habe ich ein paar Mal vorgefunden, somit bezeichne ich es auch als apotracheal marginal.




    In den folgenden 2 Ansichten möchte ich die Anordnung des Längsparenchyms zeigen.

    Zufälligerweise sieht man im ersten Bild sehr schön, wie die linken 3 Gefäße durch die intervaskularen Tüpfel (IvTü) verbunden sind.



    Meine Güte 8|

    Sieht ganz schön böse aus!


    Ich gehe mal davon aus, dass du die nur in getrockneter Form hast, sonst würde ich mir Gedanken nachen.


    Tolles Bild :28:

    Das ist doch ein freundliches Lächeln. Dem musste ich spontan anschließen!


    Ich bin ja nur froh, dass ich das mit der Wurzel richtig gedeutet habe.

    Wäre einfacher gewesen, wenn gleich die Bezeichnung des Präparates dabei gestanden hätte.
    Doch so war es für mich spannender! ^^

    Hallo Adi,


    ich habe mal nachgschaut ob ich etwas zu deinem Bild finde und nehme als absoluter Laie Stellung:


    Was bei der Ansicht dieses Pflanzenschnittes ja auffällt ist, das bis auf die Mitte nichts an Leitbündeln uns so zu sehen ist.

    Also ist das auch kein Stängel oder so, sondern eine Wurzel, also ein Schnitt einer Ackerbohnenwurzel.

    Wurzeln haben in der Mitte einen Zentralzylinder in dem das radiale Leitungssystem liegt. Dieses kann in Leisten angeordnet sein, welches vom Zentrum zur Peripherie hin verläuft. So sieht man im Querschnitt eine mehr oder weniger sternförmige Figur.

    Das Leitsystem mit 4 Strahlen wird als tetrarch bezeichnet. (Habe ich gelesen) ;)


    Was mich von Anfang an gewundert hat ist, das die vermeintlichen Kristalle nicht innen leuchten, sondern nur am Rand.

    Höchstwahrscheinlich sind das gar keine Kristalle, sonders es leuchten die Zellwände (Cellulose). Dieses habe ich bei den Holzsschnitte auch schon oft gesehen, besonders wenn da Tüpfel drin sind.

    Die leuchtenden Zellen sehen eckig aus, aber auch alle anderen nichtleuchtenden Zellen. Von daher ist das kein Indiz für Kristalle.

    Um Klarheit zu bekommen, müsste man einen Radialschnitt in eine der Wurzeln machen, dann könnte man sehen was da los ist.


    Bestimmt gibt es hier den einen oder anderen Botaniker, der das was ich hier aufgeführt habe bestätigen, oder besser erklären könnte.

    Das müsste doch eine ganz einfache Sachlage sein, oder?


    Viele Grüße

    Detlef

    Hallo Adi,


    ja dann noch mal herzlichen Glückwunsch! :97:

    Das sind aber auch tolle Aufnahmen, deine magischen Augen! :28:


    Das Ameisenauge ist mein Favorit, habe ich bisher noch nicht so gesehen.


    Viele Grüße

    Detlef

    Hallo Frank,


    hab's jetzt erst gesehen ...


    Wie Thomas bereits geschrieben hat, habe ich elektronisch eingefärbt. Die Handcolorierungsmethode von Bernd hätte natürlich einen echt künstlerischen Charakter, aber da bin ich bestimmt etwas zu ungeschickt.

    Generell bin ich froh, dass ich nicht zeichnen muss, sondern Bilder aufnehmen kann!


    Der Unterschied Lichtmikroskop - REM ist bestimmt interessant, nur kommt man mit dem Lichtmikroskop ja überhaupt nicht an die Auflösung ran.

    Vieleicht probiere ich das mal und schaue mir genau diese Probe im Auflicht an. Ich hatte etwas von der Probe auf einen kleinen Aluprobenhalter auftrocknen lassen, der dann ins REM eingesetzt wird. Diese Probe habe ich noch. Das habe ich vor langer Zeit schon einmal gemacht. Bei dem gesputterten Material sah das gar nicht so schlecht aus.


    Gruß Detlef

    Hallo Adi,


    ich habe schon oft mit Picolay gearbeitet, aber nicht mit der 3D-Funktion.

    Deine Aufnahme sieht mit der rot-cyan-Brille plastisch aus, das hat geklappt!


    Die leuchtenden Stellen sehen schon sehr stark nach Kristallen aus, doch mich wundert, dass diese so zentral vorliegen.

    Welchen Teil der Ackerbohne zeigst du?

    Allerdings kenne ich mich mit der Anatomie der Pflanzen auch nicht besonders gut aus, bis auf die Hölzer.

    In den Holzschnitten habe ich ja schon oft Kristalle gefunden, jedoch nicht so gehäuft.


    Gruß Detlef

    Hallo Bernd,


    na klar kommt das REM mit der Nitzschia klar!

    Ich müsste die als Rohmaterial haben.


    Auf jeden Fall finde ich es sehr informativ, den Unterschied zwischen Lichtmikroskop und REM zu sehen.


    Ich werde demnächst mal ein anderes Rohmaterial auflegen.


    Gruß Detlef

    Dann kann ich ja auch noch meine 2. gefärbte REM-Aufnahme zeigen.

    Ich habe die hier 2-farbig angemalt.

    Das hat ja nun wirklich keinen wissenschaftlichen Hintergrund, ist nur mal so zum Spaß...


    Hallo zusammen,


    wenn ich am REM sitze, was leider in der letzten Zeit nur selten vorkam, lege ich ab und zu, wenn Zeit ist, noch mal die eine Probe aus Oamaru mit ins Gerät.

    Da gibt es doch immer noch etwas neues zu entdecken, wie auch diese beiden folgenden Diatomeen.

    Leider sind die Diatomeen oft beschädigt.

    Viel Spaß beim Anschauen.


    Liebe Grüße

    Detlef



    Ja es lohnt sich, die alten Präparate mal anzusehen und auch mal aufzuräumen!

    Aufräumen muss ich auch mal wieder... dafür sind die kalten, dunklen Winterabende da ...


    Gruß Detlef

    Hallo Susanne,


    ja unser Bernd kümmert sich um die schwierigen Fälle und repariert immer alles. Gut wenn so jemand dabei ist! :97:

    Viele hier verwenden die "alten" Mikroskope der großen Hersteller, die ausgemustert worden sind. Diese alten Geräte haben eine sehr hohe Qualität!

    Ich benutze hauptsächlich ein altes Mikroskop von Leitz, ein schwarzes Ortholux.


    Schön das du gefallen am Mikroskopieren gefunden hast, da gibt es auch wirklich enorm viel zu entdecken. Und je tiefer du in die Materie tauchst, um so mehr neue "Wunder" wirst du entdecken.

    Schau dir z.B. an was alles im Wasser lebt, von den kleinsten Krabblern und Schwimmern, bis zu den Algen/Kieselalgen. Da kommst du aus dem Staunen nicht mehr raus!

    Und diesen wundersamen Mikrokosmos kann man nun mal nur mit einem Mikroskop entdecken.



    Viele Grüße

    Detlef

    Hallo Adi,


    sehr interessante Aufnahme!

    Hast du die Laus voerher in z.b. Milchsäure eingelegt und dadurch aufgehellt, oder ist die von Natur aus so durchscheinend?


    Gruß Detlef

    Hallo Karsten,


    für die Bestimmung einer Holzsorte benötigt man meistens schon alle 3 Schnittrichtungen. In einem Schnitt suche ich die entscheidenden Bereiche, welche die entsprechenden Merkmale zeigen. Ob man hier eine automatische Erkennung schaffen könnte, da bin ich skeptisch. Ich kenne mir mit der Softwareentwicklung aber auch nicht aus.

    Die Formen sind ja nicht immer so klar abgebildet. Und Farben auch nicht, es gibt oft Zwischenstufen.

    Wenn es automatisch gehen würde, würde es mir auch nicht so viel Spaß machen und ich würde auch nicht so viel über die Anatomie des Holzes lernen.

    Aber gut, vielleicht ist das mal eine interessante Aufgabe, solch eine Software zu entwickeln, bzw. einen Vorstoß in diese Richtung zu unternehmen.


    Einen Holzschnitt pressen ... hm ... An meinem Arbeitsplatz habe ich eine Bausotoffprüfmaschine, damit kann ich alles platt machen.

    Doch von der Aussage her bin ich auch hier nicht so recht überzeugt, ob es etwas bringen würde. Holz hat ja nun mal eine räumliche Struktur. Wenn man die plättet, wird diese Struktur zerstört und ich verändere die Dimensionen. Und es ist ja schon wichtig, die Originalmaße zu erfassen.

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass man durch das Pressen einer Probe irgendeine Verbesserung erhält.


    Wenn man von einer Holzprobe Schnitte der 3 Richtungen (quer, tangential, radial) anfertigt, findet man immer die entsprechenden Merkmale, es sei denn, die Schnitte sind zu klein. Die Hölzer sind ja charakteristisch für ihre Art aufgebaut.

    Gut, ich habe schon mal keine Kristalle gefunden, es hätten eigentlich welche da sein sollen, aber das war auch kein Bestimmungsmerkmal. Ansonsten habe ich bisher immer alle wichtigen Merkmale gefunden. Natürlich erfordert dieses eine gewisse Sorgfalt, neben einer entsprechenden Probenvorbereitung, würde ich sagen.


    Viele Grüße

    Detlef

    Hallo Nele,


    vielleicht läuft es mit einem Gebrauchtgerät eines der großen Hersteller nicht so einfach an, wie mit einem neuen Gerät. Das kommt natürlich immer darauf an, was man für ein Gerät bekommt, bzw. wie dieses ausgestattet ist.

    Dafür kann man für den gleichen Betrag aber ein Gebrauchtgerät erheblich höherer Qualität bekommen, welches dann auch noch sehr ausbaufähig ist. Darauf hat Bernd ja auch schon hingewiesen.


    Ich selber benutze ca. 60 - 50 Jahre alte Mikroskope von Leitz sowie Zeiss und bin überaus zufrieden damit.

    Ein Umbau der Beleuchtung und eine Adaption einer modernen Kamera haben die schon etwas betagten Mikroskope vervollständigt bzw. modernisiert. Diese alten Mikroskope weisen solch eine hohe mechanische Güte auf, dass da viele moderne, eher günstige Geräte nicht mitkommen.

    Und mit einem guten hochwertigen Mikroskop macht alles viel mehr Spaß!

    Natürlich muss man sich ein wenig mit der Gerätetechnik vertrau machen, was aber im Laufe der Zeit sowieso passiert, bleibt man bei diesem äußerst interessanten und anspruchsvollen Hobby.

    Und für alle Fragen rund ums Thema ist dann ja noch das Forum da!


    Bärtierchen sind ja schon mal lustige, erstaunliche Gesellen, da hast du dir einen tollen Einstieg ausgesucht. Im www. gibt es hierzu ja sehr viele Infos.


    Viele Grüße

    Detlef