Endlich DIC:) Meine ersten Eindrücke zum DIC System nach Pluta von PZO ( MPI5 / MPI-5)

  • Hallo Bernd,


    es sind vier Nomarski Prismen im Revolverkondenser und nur die Hellfeldposition ist frei, ähnlich wie beim ganz alten Zeiss Inko Kondensor. Nur hat der Zeiss Kondensor neben den vier Nomarski Prismen noch die zwei extra Phasenblenden und damit 6 Positionen. Wenn das Kondensorprisma IV fehlt, gibt es quasi eine Freistelle für eine Wunschblende.


    Im gesamten PZO DIC sind 11 Nomarski Prismen verbaut:


    Prisma 1,2 & 3 in der Trommel

    Prisma 10, 20, 40 & 100 im Revolverkondensor

    Jeweils 1 drehbares Prisma in den vier Objektiven, insgesamt also 4 Prismen


    Grüße,

    Simon

  • Gerne:)


    ich bin auch noch am Testen, welches Prisma zu welchem Objektiv am besten passt.

    Der Planapo 25 0.65 fällt vom ABM eher ins 20er Prisma, von der Apertur aber genau ins 40er Prisma.

    Ich bekomme mit beiden ein DIC Bild, aber da muss ich noch mehr vergleichen, da man auch jedes mal die Prismen horizontal und vertikal verstellen muss.


    Grüße,

    Simon

  • Hallo Simon,


    ähnlich ist die Anordnung im alten Zeiss-DIC auch. Nur hat man bei dem leider nicht die Möglichkeit das Prisma vertikal zu verschieben. Sonst hätte man vielleicht auch die Möglichkeit, andere Objektive dafür anzupassen.

    Zwar hat beim Zeiss-DIC jedes Prisma seine eigene Irisblende im Kondensor, aber beim PZO-Kondensor kommt sie ja noch eine Etage tiefer so wie man es beim CZJ-PH-Kondensor auch gemacht hatte.


    Beste Grüße

    Bernd

  • Und hier noch der Versuch, mal eben auf die schnelle aus einem halben Nomarski einen Pluta zu basteln:


    Mit dem Schieber im Zwischentubus und einer improvisierten Spaltblende im Kondensor geht es also auch schon.


    Mit der Spaltblende ist es eben etwas Einstellarbeit, bis es so halbwegs geht.


    Und wenn man dazu am Schieber noch etwas kurbelt, kommt es auch zu den verschiedenen Interferenzfarben als Hintergrund.

  • Hallo Bernd,


    das mit dem alten ZEISS DIC habe ich mir auch gedacht. Wäre toll, wenn das möglich wäre.

    Der PZO DIC MPI-5 ist ja neuer (1980er) als der alte Zeiss DIC (1960er/1970er).

    Ich frage mich, wie sich die Prismen unterscheiden, auch in qualitativer Hinsicht.



    Von der Aperturblende bin ich nicht begeistert, die Position scheint mir suboptimal zu sein. Andererseits wäre es natürlich enorm aufwendig gewesen, allen Prismen eine extra Aperturblende zu verpassen.


    Wieder klasse, was du in Eigenregie da gezaubert hast.

    Wie genau sieht der Aufbau bzw. die Vorgehensweise aus?


    Grüße,

    Simon

  • Hallo Simon,


    vorab: Tolles weiteres Video! :97:


    Was sich an den Prismen hauptsächlich unterscheiden dürfte, ist der Keilwinkel zwischen den beiden Quarzkeilen, die zu einer parallelen Platte verkittet sind. Das bestimmt auch die Abfolge der Interferenzfarben sowie die Breite des Nullstreifens. Nach diesem muß dann auch die Spaltbreite angepasst werden.

    Nur kann man im Zwischentubus die Höhe des Prismas leider nicht verschieben wie bei deiner Einrichtung. Aber wenn ich mal wieder am Drucken bin, werde ich vielleicht mal so einen konstruieren, wo das möglich sein wird. Wäre dann mal wieder ein Projekt....:99:


    Die Spaltblende war halt auch etwas improvisiert, aber da läßt sich mit 2 Rasierklingen auch was machen, um die Dicke möglichst gering zu halten.


    Wenn man die Prismenkeile noch gegeneinander verdrehen kann, kommt es zur Bildaufspaltung. Das passiert, wenn du deine PI-Objektive verwendest.

    Sieht dann in etwa so aus:


    Beste Grüße

    Bernd

  • Hallo Bernd,


    danke sehr:) ich habe dieses mal eine größere Schichtdicke gewählt, damit sich das Tierchen noch etwas mehr ausdehnen konnte. Fürs Durchfokussieren war das ganz interessant.

    Ich bin aber ziemlich sicher, dass dadurch die Auflösung etwas schlechter war.

    Ein netter Herr hat mich vor kurzem etwas zum Pluta gefragt. Er macht selbst absolut hervorragende Videos, weshalb ich euch diesen Kanal nicht vorenthalten möchte. Die Videos sind wesentlich knackiger und detailreicher als meine. Das liegt vermutlich neben mehr Erfahrungen/Skills am besseren Olympus DIC.

    ich kann nur jedem Interessierten raten, die Videos kurz anzuschauen. Mit das beste, was ich bisher gesehen habe. Teilweise sind die Videos sogar in 4K.

    Dabei mit schöner Musik unterlegt und weitere Informationen werden eingeblendet.


    https://m.youtube.com/channel/UCYPbIjBSyQGNbpH93WkjMJg


    Zur Qualitätsfrage: ich verstehe!


    das macht die Prismen vermutlich auch so aufwendig in der Herstellung. Und ich schätze mal, dass bei quasi ähnlich aufgebauten Systemen es dann erhebliche Qualitätsunterschiede in Bezug auf berechnete Winkel, verwendete Materialien und Toleranzbereiche geben wird.


    Wenn du das mit einem Druck realisieren könntest, wäre das mit Sicherheit eine sehr coole Sache!!


    Du hast dir quasi einen Spaltblendenkondensor gemacht und dabei den alten Zeiss DIC Schieber verwendet!

    Ich habe jetzt schon gelesen, dass der Spalt wohl mittig außen sein soll. Ich verstehe auch, dass man mit der Spaltbreite experimentieren muss.

    Was ich aber noch nicht verstehe:

    Wie lang soll der Spalt sein? So lang wie der schwarze Nullstreifen beim Blick in den Tubus (ohne Okular)?


    Danke und Grüße,

    Simon

  • Hallo Simon,


    der Spalt hat zunächst die Länge des Durchmessers der Brennebene. Du siehst sie ja, wenn du bei herausgenommenen Okular in den Tubus schaust.

    Die Position des Spaltes ist zunächst erstmal mittig, Die Orientierung ist genau parallel zum schwarzen Nullstreifen, den du siehst.

    Nun ist der Nullstreifen relativ schmal, was mit dem Keilwinkel der Prismen zusammenhängt. Und wenn der Spalt wesentlich breiter als der Nullstreifen ist, ist der Bildhintergrund auch nicht mehr schwarz sondern bekommt eben dieses Farbgemisch, aber keinen vernünftigen Kontrast.

    Damit man aber auch ohne Spalt einen möglichst homogenen Hintergrund bekommt, müßte dieser schmale Nullstreifen gedeht werden. Beim Nomarski-DIC wird das ja auch so gemacht über verschiedene Schieber und zusätzlichen Prismen im Kondensor, die ja in deiner Einrichtung auch vorhanden sind.

    Ich habe ja noch einen 0,9er Hellfeld-Kondensor mit der Klapplinse, bei dem die Iris fehlt. Diesen hatte ich immer für Experiemnte mit selbstgemachten Blenden benutzt. Nun werde ich mir mal für den eine verstellbare Spaltblende bauen. Dann könnte ich auch schon mit einem Pluta-Kopf ohne Kondensoren arbeiten. Denn was anderes ist dein Spaltkondensor im Pluta-Set im Prinzip auch nicht.

    So ein einzelnes DIC-Prisma habe ich vom Franz auch noch irgendwo in der Schublade. Ich werde mal schauen, was mit dem so geht.

    Man muß sich ja nicht immer alles gleich so teuer kaufen...:57:


    Viele Grüße

    Bernd

  • Hallo Bernd,


    super, danke für die Erklärung! Jetzt habe ich Lust, meinen Spaltkondensor nochmals rauszukramen😄


    Ich bin schon gespannt, wie du das umsetzten wirst. Rein mechanisch ist das vermutlich weniger kompliziert als andere Dinge, die du schon gebaut/gedruckt hast.


    Hier mal noch einen kleinen Blick in meinen Spaltkondensor:





  • Moin Simon,


    Danke für die Einblicke in deinen Spalt-Kondensor! :thumbup:

    Wie man sieht, ist er nicht unbedingt ein Hexenwerk. Wenn sich die Spaltbreite von außen per Stellschrauben einstellen und die Position justieren läßt, ist das natürlich um einiges bequemer als mit dem Mikadostab und einer ruhigen Hand.

    Man kann ihn auch gut einsetzen, wenn man sich den Beugungsinterferenzkontrast nach Matthias nachbaut (S.1ff):

    https://www.zobodat.at/pdf/Mikrokosmos_88_1_0001.pdf


    Beste Grüße

    Bernd

  • Hierzu noch eine kleine Demonstration wie das mit dem Beugungskontrast funktioniert:


    In einem 40er Achromaten, Apertur 0,65 wurde ein kleiner Drahtbalken platziert, der quer über der Augenlinse verläuft. Die Spaltblende im Kondensor ist so eingestellt, daß nur gebeugtes Licht zur Beobachtung gelangt.


    Sobald der Spalt aus der Deckung hervorkommt, kommt es zur Bildaufhellung.


    Interessant wird dabei der Azimutaleffekt durch die Orientierung gegenüber dem Spalt.

  • Hallo Simon,


    was aber in diesem Fall wieder von der Orientierung der Pleurosigma zum Spalt abhängt. Auf dem letzen Bild verschmelzen die Poren wieder zu Linien. So könnte man bei Phasenobjektiven auch den Phasenring als Phasenbalken ausführen. Aber es hatte sich dann doch als vorteilhafter erwiesen, ihn als Ring auszuführen. Und die ringförmige Beleuchtung hatten wir ja erst kürzlich.;)

    Besonders anschaulich wird es, wenn man den Diffraktonskasten hat und dazu die Diffraktionsversuche durchführt.


    Beste Grüße

    Bernd

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!