Konservierung vom Milben oder kleinen Insekten

  • Hallo, eine Anfängerfrage von meiner Seite:

    Als Imker habe ich jetzt nach der Varroa-Behandlung zahlreiche Milben zur Verfügung, die ich zunächst konservieren und in einigen Wochen genauer betrachten und fotografieren möchte.

    Welche Methode würdet ihr vorschlagen ?


    Besten Dank für die Aufnahme in dieses Forum

    Jürgen

  • Hallo Jürgen,


    Die Acarologen empfehlen als Einbettungsmittel für Milben das Medium nach 'Hoyer' (eine Modifikation des Berlese Gemischs, mit Gummi arabicum, Chloralhydrat und Glycerin, beschrieben in: Mikrokosmos 1984, 2: Kraus, S. 54-55). Bei so großen Exemplaren wie der adulten Varroa-Milbe nach vorheriger Mazeration in 10%iger Kalilauge (KOH). Gut auswaschen!


    Das Chloralhydrat ist ein starkes Schlafmittel und deshalb nur eingeschränkt verfügbar. Bei Gummi arabicum nur ganze Stücke kaufen und die reinsten Brocken verwenden. Das Pulver ist oft sehr 'dreckig'!


    Viel Erfolg!


    Alfons

  • Hallo Alfons,


    ich hatte vor längerer Zeit einmal Flöhe und Zecken in einer Mischung aus Polyvinylalkohol, Milchsäure und Glyzerin eingedeckt.

    Hier der Link zu meinem alten Beitrag: Flöhe in Polyvinylalkohol

    Das ist doch auch eine gute Möglichkeit, oder?

    Somit könnte man das Chloralhydrat umgehen, was man wohl gar nicht so einfach mehr bekommt.


    Allerdings ist mir nicht bekannt, wie stark der Polyvinylalkohol beim Trockenen schrumpft. Die Varroas sind ja ganz schön dick.



    Hallo Jürgen,


    dann sage ich mal, willkommen im Forum!

    Ich habe damals ein paar Zecken erst mal in die Kühltruhe verfrachtet und Flöhe in eine Milchsäurelösung gelagert bis ich dazu gekommen bin, diese zu verarbeiten.


    Übrigens habe ich vor kurzem erst leckeren Scheibenhonig bekommen. Auf dieses Highlight im Herbst freue ich mich immer besonders! :)


    Gruß Detlef

  • Hallo Detlef,


    Polyvinyllactophenol ist auch eines meiner oft benutzten Einbettungsmittel für kleine Organismen, weil wasserlöslich, aufhellend und ganz gut haltbar. Letzteres hat sich leider nicht immer bestätigt: Es bilden sich Vakuumblasen, Ausfällungen etc..


    Speziell hinsichtlich der Einbettung von Milben habe ich deshalb einen Spezialisten für (Wasser-)Milben befragt. Er abeitet viel in Museumssammlungen. Seine Empfehlung war klar: Das Gemisch nach Hoyer. Wobei es sich bei Wassermilben um sehr empfindliche Tierchen handelt.


    Die Frage ist auch, ob man einbettet, um ein schönes Bild zu machen, oder ob man eine Sammlung anlegen möchte.


    Mit besten Grüßen,


    Alfons

  • Hallo Alfons,


    Polyvinyllactophenol ist dann also ein Mischung aus PVOH, Milchsäure und Phenol?

    Statt Phenol habe ich Glyzerin eingesetzt.


    Ich habe mir eben mal die alten Prärparate angeschaut: 6 Jahre alte Flohpräparate sind absolut intakt und zeigen keinerlei Beeinträchtigung. Dagegen sind bei meinen Zecken bei ein paar Präparaten (3 Jahre alt) Luftblasen entstanden und eine kleine Zecke ist sogar verschwunden. Ein paar sind auch noch 100%ig OK. War ein anderer Eindeckmittelansatz.


    Evtl. spielt der Wasser- und/oder Milchsäuregehalt eine große Rolle. Man müsste in die Richtung mal Versuche machen.

    In höchstens 9 Jahren bin ich in Rente, dann habe ich bestimmt viel Zeit ;)


    Gruß Detlef

  • Hallo Jürgen,


    das von Alfons vorgeschlagene Medium nach Hoyer ist sicher das klassische Einschlussmittel für Milben.

    Ich denke, dass Du als Imker Dich nicht zum Milbenexperten entwickeln willst.


    Ich habe die Varroa's in Isopropanol entwässert (geht auch Brennspiritus) und dann in

    Euparal eingedeckt. Für meine imkerlichen Zwecke ausreichend, da die Varroa doch eine

    recht robuste Milbe ist.


    Beste Grüße


    Herbert.

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