Lumipan köhlern - Pankrat mit "Knick in der Optik"?

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    • Lumipan köhlern - Pankrat mit "Knick in der Optik"?

      Servus Mikroskopie-Freunde,
      ich habe hobbymäßig sonst eher mit Teleskopen zu tun, war aber schon längere Zeit auf der Suche nach einem brauchbaren Mikroskop.
      So bin ich zu einem Lumipan gekommen, das mir beim Köhlern etwas Probleme bereitet:
      Wenn ich das 10/0,25 Objektiv mit 5er Okularen drin habe und am Pankraten mit 1,4er-Kondensor die korrekte Apertur einstelle, kann ich mittels Höhenverstellung des Kondensors einen scharfen Kreisbogen zwischen hell innen und dunkel außen einstellen. Soweit so gut.
      Soweit ich verstanden habe, muss ich den beleuchteten Kreis (Sehfeld) mittels der zwei Stellschrauben in die Mitte bringen.
      Bei mir ist dieser Kreis so weit außen, dass ich nur einen Teil davon sehen kann und ein Zentrieren nicht klappt. Beim Erhöhen der eingestellten Apertur verschwindet die beleuchtete Fläche ganz; ich nehme mal an sie liegt dann außerhalb des Gesichtsfeldes.
      Es funktioniert also nicht wie es soll.
      Ich habe dann den Pankraten komplett entfernt und mittels der Stellschrauben den Lichtfleck so eingestellt, dass er ins Objektiv trifft. Das klappt problemlos.
      Danach habe ich den Pankraten wieder angebaut, aber ohne den Revolver mit den drei Kondensoren. Der Lichtfleck ist nun deutlich vom Objektivarm weg verschoben und nur noch ein Teil des Lichts erreicht das Objektiv.
      Ich nehme an das soll so nicht sein und der Lichtfleck sollte auch hier zentral ins Objektiv fallen (ganz grob, Feineinstellung dann mit Stellschrauben). Man kann zwar den 1,4er Kondensor in der Fassung noch etwas verschieben und damit auch den beleuchteten Kreis, aber Zentrieren funktioniert nicht.

      Wie ich vermute bleiben nur die vier Madenschrauben oben in den Ecken des Pankraten übrig um die Achse des Pankraten zu justieren (vielleicht gehörte der Pankrat mal zu einem anderen Lumipan?).
      Die vier Schrauben habe ich dann komplett entfernt, aber am Tubus rührt sich nichts. Auch mal eine Schraube tiefer einzuschrauben als vorher funktioniert nicht; es geht nicht weiter als bis zur Ausgangsposition.
      Ich möchte da ungern etwas mit Gewalt versuchen, aber hat vielleicht jemand von euch eine Idee was ich noch probieren könnte?
      Vielleicht hat ja noch jemand mal am Pankraten herumgeschraubt; kann das was verharzt sein? Oder habe ich eine Schraube übersehen?
      Oder gibt es gar Bedenken was meine Vorgehensweise angeht (ohne Pankrat einstellen, sodass Lichtfleck grob ins Objektiv fällt etc.)?

      Vielen Dank schon einmal an alle, die bis hierhin durchgehalten haben :)
      Bei Bedarf kann ich auch versuchen ein paar Fotos zu machen.

      Nils
    • mikrotele schrieb:

      Die vier Schrauben habe ich dann komplett entfernt, aber am Tubus rührt sich nichts. Auch mal eine Schraube tiefer einzuschrauben als vorher funktioniert nicht; es geht nicht weiter als bis zur Ausgangsposition.
      Daß sich nichts rührt, liegt daran, daß die festgeschraubte obere Linse dies verhindert durch eine Klemmung. Diese muß also mit einem Stirnlochschlüssel etwas gelöst und der Revolver muß dazu abgenommen werden.

      VG
      Bernd
    • So, der Schlüssel ist angekommen und ich konnte durch eine Verschiebung der Linse die Ausleuchtung vom oben beschriebenen Kreisstück verbessern. Ich sehe aber noch nicht den ganzen Kreis...
      Dann habe ich nochmal einen genaueren Blick auf Objektiv und Kondensor geworfen und festgestellt, dass ich den Kondensor gar nicht exakt unterhalb des Objektivs positionieren kann, siehe Bild.
      Der Objektivarm ist rechts und der Kondensor hier am Rand seiner Fassung, weiter unter das Objektiv gehts also nicht...
      Gibt es noch eine Verstellmöglichkeit, die ich nicht finde, oder passt mein Pankrat gar nicht zum Mikroskop?!
      Dateien
      • lumipan_1.jpg

        (164,14 kB, 72 mal heruntergeladen, zuletzt: )
    • Die Frontlinse läßt sich nun auch noch etwas zentieren. Dazu befinden sich am Revolver die Zentrierschrauben, die man mit einem speziellen Zentrierschlüssel betätigen kann. Vielleicht stimmt auch die Rastposition nicht und sollte überprüft werden.
      Daß der Pankrat von einem anderen Mikroskop stammt, ist zwar nicht ausgeschlossen, halte ich aber eher für unwahrscheinlich.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Nomarski ()

    • Also irgendetwas muß bei deinem Lumpipan wohl ziemlich aus der Kehre sein, wenn die Feinjustage nicht mehr ausreicht.
      Das kann die verschiedensten Ursachen haben, umso schwieriger wird es hier, gezielte Hinweise zu geben, die auch zum Erfolg führen und nicht alles nur noch mehr verkurbelt wird, was sicherlich nicht Sinn und Zweck der Angelegenheit ist.
      So würde ich den Stahlengang zunächst ohne Optik überprüfen und erstmal schauen, ob sich die Leuchtfeldblende bzw. Kollektorfassung überhaupt konzentrisch zur optischen Achse befindet. Dazu braucht man allerdings auch einige Hilfsmittel wie z.B. ein Hilfsmikroskop und ggf. einige passende Lochblenden.

      VG
      Bernd
    • Ja, ich schaue mal in Ruhe was sich machen lässt.
      Mich irritiert jetzt nur, dass ich die Kondensorlinse nicht direkt unter das Objektiv positionieren kann und ich würde glatt vermuten, dass das notwendig für eine korrekte Justage ist. Es macht einfach den Eindruck, als ob die Pankrathalterung zu "ausladend" ist und damit die Drehachse des Revolvers "zu weit heraushängt" und so die Linse nicht mehr ganz unter das Objektiv kommt. Von verschiedenen Versionen dieser Halterung ist aber nichts bekannt?
      Ach ja, unten an der Höhenverstellung des Pankraten ist noch eine Schraube zu sehen, siehe Bild. Kann man damit auch noch was justieren oder bildet die nur den Anschlag für die Höhenverstellung?

      Vielen Dank für die Hilfe!
      Nils
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      • lumipan_2.jpg

        192,96 kB, 300×488, 1 mal angesehen
    • Jetzt wirds interessant!
      Auf die schnelle hier ein paar Fotos:
      Die Pankrathalterung hat auch ein Loch um an die Schraube zu kommen; scheint, als ob man mit aufgesetztem Pankraten schrauben soll.
      Die markierte Strecke ist etwa 71mm. Um die Kondensorlinse mittig unters Objektiv zu bekommen, dürften es gerne ein paar mm weniger sein.
      Zuletzt die Höhenverstellung ohne Panktrat. Die kleine Schraube an der Seite (kaum zu erkennen) dient wohl zum Feststellen der größeren.
      Bilder
      • lumipan_pankrat2.jpg

        205,25 kB, 400×486, 0 mal angesehen
      • lumipan_3.jpg

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      Dateien
    • mikrotele schrieb:

      Jetzt wirds interessant!
      Das kann man wohl meinen. Offensichtlich gibt es von den Pankrathalterungen einige Varianten.
      Bei meinem Lumipan sieht es komplett anders aus. Dort ist der Pankrat am Triebkasten zwar angeschraubt, aber nicht für das schnelle Wechseln vorgesehen. Es gab aber auch Lumipan-Modelle, bei denen man an einer Schwalbenaufnahme des Kondensortriebes anklemmen konnte, so auch beim Nf. Aber selbst bei meinem Nf sieht es auch wieder anders aus als bei deinem Exemplar. Was hast du denn überhaupt für ein Stativ? ?(

      VG
      Bernd

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Nomarski ()

    • So, hier einmal das vermeintliche Lumipan von der Seite.
      Auf deinem Bild ist aber auch die angesprochene Schraube unten an der Höhenverstellung zu sehen (zumindest die kleine Schraube vermutlich zum Feststellen der größeren, siehe lumipan_3.jpg). Vielleicht habe ich mich hier vorher missverständlich ausgedrückt.
      Bilder
      • lumipan_5.jpg

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      • lumipan_markierung.png

        438,67 kB, 600×656, 0 mal angesehen
    • mikrotele schrieb:

      Auf deinem Bild ist aber auch die angesprochene Schraube unten an der Höhenverstellung zu sehen (zumindest die kleine Schraube vermutlich zum Feststellen der größeren, siehe lumipan_3.jpg).
      Diese kleine Madenschraube dient zum Fixieren der Exzenterschraube, über die der obere Anschlag des Kondensortriebes eingestellt wird. Mit der Problematik hat das aber weniger was zu tun, da diese Einstellung für den Sicherheitsabstand von der Frontlinse zum OT zuständig ist.

      Normalerweise kann man den Pankratenhalter vom Kondensortrieb irgendwie trennen. Bei dir scheint das aber wohl in einem verwachsen zu sein.

      VG
      Bernd
    • Das ist schon richtig, der Pankrat, den du hast, sieht an der Anschlußseite so aus, wenn er abgebaut ist:

      ebay.de/itm/Carl-Zeiss-Jena-Mi…ksid=p2060353.m1438.l2649

      Andere Pankraten zum Lumipan sehen dagegen so aus:

      https://www.ebay.de/itm/Carl-Zeiss-Microscope-Pancratic-Condenser-System-for-AMPLIVAL-Microscope/183052247309?hash=item2a9ec3a10d:g:avUAAOSwbWZadOUS


      Die Aufnahme dafür ist ganz anders und dürfte wohl auch gar nicht passen.

      Wie groß ist denn bei dir der Versatz? Vielleicht ist auch nur irgendetwas nicht richtig angeschraubt und sitzt schief.
    • Habe es mir gestern einfach gemacht und mittels Objektträgerkante und Messtisch die Positionen von Objektiv und Kondensorlinse bestimmt.
      Ist vielleicht nicht auf 0,1mm genau, aber die Größenordnung 2mm sollte schon stimmen.
      Ich denke über den Kondensor wird es also schwierig sein das wieder hinzubiegen. Gibt es denn eine Möglichkeit den Objektivarm z.B. über die Schrauben im Fuß leicht zu verschieben? Irgendwann müsste ich da vielleicht sowieso ran, weil der Feintrieb quasi im Leerlauf dreht... Die nächste Baustelle, aber zum Glück nur bei hohen Vergrößerungen störend.

      Grüße
      Nils
    • Hallo Nils,

      wenn der Feintrieb im Leerlauf dreht, ist entweder nur die Führung verharzt oder es sind bereits ein paar Zähne ausgerissen, weil so eine Verharzung auch wie eine Blockade wirken kann. Ich hoffe für dich mal nicht, daß das der Fall ist.

      Der Triebkasten ist mit dem Fuß verschraubt und verstiftet. Da läßt sich leider nichts rücken. Gleiches gilt für die Schwalbenschwanzführungen. Ich würde mal den Revolver überprüfen, ob die Rastung korrekt eingestellt ist, daß die RMS-Auflage auch parallel zur Tischoberfläche steht und nicht leicht verkippt ist. Wenn du einen zweiten Revolver hast, probier es mal mit dem.

      VG
      Bernd
    • Habe jetzt mal das Winkelblech zum Einrasten abgeschraubt, aber es ändert sich nicht groß was.
      Das Blech hat also nicht den Kondensor weiter weggedrückt oder seitlich verschoben. Ansonsten weiß ich nicht wirklich, wie ich mit der Rastung den Versatz ausgleichen sollte.
      Muss mal schauen wie ich die Parallelität prüfen kann, vielleicht mit einer kleinen Wasserwaage? Einen zweiten Revolver habe ich leider nicht.
      Ich könnte noch versuchen unten zwischen Pankrathalterung und Schwalbenschwanz ein dünnes Plastikstücken einzusetzen und dann erst festzudrehen. Platz wäre da, aber ob es reicht muss ich noch schauen, von der Parallelität ganz zu schweigen. Aber eigentlich sollte es ja auch ohne so ein Provisorium funktionieren.

      Grüße
      Nils