Reparatur an Mikroskopen: Der Poltisch von Zeiss

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    • Reparatur an Mikroskopen: Der Poltisch von Zeiss

      Hallo Foristen,

      Der Pol-Tisch von Zeiss ist an sich zwar sehr robust aufgebaut, wenn jedoch die Schmierstoffe durch Alterung verharzt oder eingetrocknet sind, läßt er sich nur noch sehr schwer drehen und einige Funktionen wie die Feineinstellung sind dann auch nicht mehr gegeben. Folgende Bildreihe zeigt die Schritte bei der Überholung:


      Damit jeder überhaupt erstmal weiß, um was für ein Tisch sich es überhaupt handelt, schließlich gibt es ja verschiedene, ein Bild vom ganzen Tisch von oben.


      Hier ein Bild von unten, zu sehen sind die Stellelemente, die alle eine Bewandnis haben. Als erstes sind nun die beiden Nonienblöcke rechts und der obere große Skalenring abzubauen. Danach ist die große Hülsenschraube in der Mitte herauszuschrauben. Dazu benötigt man jedoch einen passenden Stirnlochschlüssel.


      Ist das geschafft, läßt sich auch schon ein Blick in das Innere werfen, man erkennt jedoch noch nicht sehr viel, die Obere Drehplatte muß nun vorsichtig vom Kugellager abgezogen werden.


      Erst danach werden alle weiteren Elemente zugänglich, die sich dann zur Reinigung ausbauen lassen. Es ist darauf zu achten, daß einige Schrauben auch ein Linksgewinde haben.


      Unter dem Ring mit den 8 Rastkerben befinden sich jede Menge an kleinen Kugeln, damit dieser leicht beweglich ist, wenn dessen Bremse gelockert wird.


      Diese müssen nun alle vom alten Fett im Waschbenzun befreit werden.


      Damit diese aber bei der Montage nicht wegrollen können, ist das Fett ganz nützlich. Es darf eben nicht zu zäh gewählt werden.


      Das oriniale Reibrad ist nach vielen Jahren meistens auch noch zersetzt, deswegen funktioniert der Feinantrieb nicht mehr. Mit einer passenden Spule als Drehteil und einem Gummi-O-Ring läßt sich diese Funktion jedoch wieder herstellen.

      VG
      Bernd
    • Es wäre vielleicht noch etwas zu diesen koaxialen Drehknöpfen anzumerken, weil neulich jemand im anderen Faden danach gefragt hatte:


      Mit dem unteren Drehknopf wird das Reibrad gedreht, um damit die Drehplatte unter der hohen Übersetzung fein antreiben zu können.
      Durch den oberen Drehknopf ist das Reibrad aber exzentrisch gelagert, d.h., dadruch wird das Reibrad gegen die Kontaktfläche der Drehplatte bewegt. Der Exzenter hat aber auch zwei Anschläge, die sich durch Verdrehen der Segmentscheibe am Drehknopf einstellen lassen.
      Die Segmentscheibe ist also so einzustellen, da beim einen Anschlag das Reibrad leicht gegen die Kontaktfläche gedrückt wird, um die Drehplatte bewegen zu können, beim anderen Anschlag es dagegen frei durchdrehen kann. Das wäre auch die Position, in der man die Drehplatte von Hand bewegt über den äußeren Skalenring.

      VG
      Bernd