Sommerteich

    • Hallo miteinander.

      Mein "Hausteich" grünt d. h. es gibt eine Wasserblüte. Die Cyanobakterienart Microcystis aeruginosa hat sich so stark vermehrt, daß sie dem Wasser eine grünliche Färbung verleiht. Am Ufer im Spülsaum gibt es sogar einen grünen Rand von angetriebenen Bakterien. Die Zellverbände sind z. T. so groß, daß man sie mit bloßem Auge erkennen kann.



      Um diese Jahreszeit häufig ist hier die Kielalge Acanthocera zachariasii. Man entdeckt sie aber auf dem Objektträger nur, wenn man den Kontrast verstärkt.

      Acanthocera zachariasii, Ph 2.




      Diese Alge ist in ihren Proportionen variabel. Es gibt sie von "kurz & breit" bis "lang & schmal".


      Auffällig sind die vielen Sonnentiere. In den letzten Proben immer dabei Rhaphidiophrys pallida:






      Und hier hat eine Acanthocystis spec. versucht, eine Cryptomona ovata, die sich in ihren "Strahlen" verfangen hatte, an sich zu ziehen.









      Zum ersten Mal im Teich gesehen: die Grünalge Kentrosphaera gibberosa (habe ich zuerst für eine Amöbe mit Beite gehalten)





      Zum Abschluß noch eine hübsche Zieralge: Staurodesmus dejectus





      und zweiRädertiere: Brachionus diversicornis und Collotheca mutabilis:








      Einen schönen Tag noch


      Lupo
      Bilder
      • Collotheca mutabilis 7.JPG

        200,65 kB, 1.500×1.200, 1 mal angesehen
    • Hallo Lupo,

      da hast Du ja auch ein paar tolle Funde, oder besser gesagt "Fänge" gemacht.
      Wie bist Du dazu gekommen, mit einem Planktonnetz?

      Kann man anhand der Wasserqualität eigentlich vorab erkennen, ob sich das Tümpeln in einem fremden Gewässer lohnt?
      Ich meine das in Bezug auf z.B. pH-Wert, Härte oder Nährstoffangebot?
      Sicherlich gibt es manche interessante Arten oder ein artenreiches Leben nur in bestimmten Gewässen.

      In meiner näheren Umgebung habe ich ein leicht saures Gewässer in dem kein Fischbesatz vorhanden ist und mehrere Teiche bis etwas größere Stillgewässer.

      Evtl. sollte ich diese doch mal "unter die Lupe" nehmen. Allderdings muss ich mir dafür dann wohl mal endlich ein Planktonnetz zulegen.

      Viele Grüße
      Detlef
    • Hallo, Detlef.

      Ich habe 2 Planktonnetze und ein Zylo-Sieb. Das ist jetzt keine Angeberei sondern hat einen sachbezogenen Hintergrund.

      In der E-Bucht habe ich vor einigen Jahren ein Planktonnetz nach Apstein ersteigern können. Diese Art Netz wird überwiegend von Profis (Institute, Ämter usw.) eingesetzt und ist daher ziemlich teuer. Aufgrund seiner Größe ist das Netz nicht überall einsetzbar.

      Planktonnetz nach Apstein:



      Dann habe ich noch ein kleines Netz, ebenfalls aus der Bucht, das auch bei kleineren und/oder flacheren Gewässern bzw. in der Uferzone einsetzbar ist. Dieses Netz entspricht dem von Kosmos einstmals vertriebenen Gerät.

      "Kosmos"-Netz



      Ein Netz nach Apstein kann man auch heute noch vom Hersteller beziehen, kostet in der oben gezeigten Größe aber fast € 300,-
      Die Kosmos-Netze gibt es nicht mehr im Handel. Im deutschen Forum wurde kürzlich ebenfalls das Thema Planktonnetz diskutiert. Hierbei wurde mehrfach eine tschechisch-österreichische Firma namens Pokorny erwähnt, die wohl gute und preisgünstige Netze verkauft. Ich selbst habe mit dieser Firma keine Erfahrung.

      Von Eigenbasteleien möchte ich abraten. Das kann, bis denn das Ergebnis den Profinetzen ähnelt u.U. teuer werden.

      Schönen Tag noch

      Lupo
    • Hallo Lupo,

      danke für Deine informative Antwort zum Planktonnetz!

      Ich habe mir den Thread im de-Forum eben mal durchgelesen. Da steht ja schon eine Menge drin.
      Als erstes würde mir ein kleines Netz, ähnlich dem Kosmos-Netz reichen. Vielleicht finde ich so eins auf dem Gebrauchtmarkt.
      Ansonsten neige ich ein wenig zu Bastellösungen, auch wenn sie nicht gleich 100%ig sind.
      Wenn ich auf diesem Gebiet einen Erfolg zu verzeichnen habe, werde ich davon berichten.

      Viele Grüße
      Detlef
    • Hallo Bernd,

      der legendäre "Damenstrumpf"! 8o
      Ja, den Artikel hatte ich bei meiner Recherche bereits gefunden.
      Mit solch einem Material habe ich früher öfters Mückenlarven aus den Regentonnen gefischt und die Aquarienfische damit gefüttert.
      Für solch große Individuen wie Mückenlarven und Wasserflöhe mag das gut klappen.
      Die Frage ist, welches die richtige Maschenweite ist. Im Artikel ist von 80 - 100 µm die Rede.

      Auf jeden Fall eine echt günstige Lösung! :thumbup:

      Gruß Detlef
    • Hallo Detlef,

      was die Maschenweite anbelangt, habe ich noch einen Link, wo diese angesprochen wird:


      de.wikipedia.org/wiki/Planktonnetz

      Demnach liegt sie bei 50µm und sogar darunter.
      Mit 25µm werden sogar auch welche angeboten:

      biologie-bedarf.de/products/212411/


      Es muß eben jeder für sich entscheiden, ob er sich für eine Fertiglösung entscheidet oder selber etwas erstellen will.

      Sicher, Fehlschläge haben auch ihren Preis. Aber letztendlich sind es doch die eigenen Erfahrungen, die unbezahlbar sind. :)


      VG

      Bernd
    • Hallo, Bernd & Detlef.

      Eine Maschenweite von 100µ ist definitiv zu groß. Wie schon richtig angemerkt, fängt man damit grade mal große Daphnien oder Mückenlarven. Es sei denn, die Maschen haben sich während des Einsatzes zugesetzt. Dann wird auch feiner gefiltert. Die Maschenweite 50µ ist guter Kompromiss. Man fängt damit nicht nur auch kleinere Rädertiere sondern auch reichlich Phytoplankton. Die in den Vorschriften zur Gewässerkontrolle angesagte Maschenweite von 30µ ist für den Tümplergebrauch zu heikel, da die Netze nach Gebrauch ausgiebig gesäubert werden müssen. Sonst sind sie sehr schnell dicht. Ich kann ein Liedchen davon singen! :D Mein Apstein-Netz hat eine Maschenweite von 50µ und muß nach jedem Gebrauch gründlich gespült werden.

      Um vor allem Phytoplankton, inklusive der kleineren Individuen, zu mikroskopieren, empfielt sich die Schöpfmethode: Etwa 1 Liter Tümpelwasser in ein hohes Glasgefäß füllen, Formol oder Lugolsche Lösung und einen Tropfen Geschirrspülmittel hinzufügen, sedimentieren lassen und anschließend das Sediment mit einer Pipette zur Mikroskopie aufnehmen. Abgewandelt wird diese Methode in den Säulenverbundkammern für Inversmikroskope eingesetzt.

      Schönen Tag noch

      Lupo