Mein Kleinbiotop "Mörtelkasten"

    • Mein Kleinbiotop "Mörtelkasten"

      Hallo zusammen,

      beim Gang durch den Garten viel mein Blick auf einen seit länger Zeit sich selbst überlassenen Mörtelkasten, in dem wir mal ein paar Kaulquappen beobachtet hatten. Durch ein kleines Loch kann seitlich Wasser abfließen, so dass er nicht überläuft.

      Etwas Schilfähnliches und Wasserlinsen, sowie Fadenalgen prägen das Bild von diesem „Kleinbiotop“.
      Untersucht habe ich eine kleine Wasserprobe daraus mit ein paar sichtbaren Schwebteilchen.

      Als Mikroskop diente wieder das Leitz Ortholux mit dem angebauten Heine-Kondensor. Mit den Ph-Objektiven kam ich etwas durcheinander. Ich habe es nicht immer geschafft mir zu merken, welches Bild mit welcher Vergrößerung aufgenommen wurde, dass ging alles zu schnell.

      Gleich nach dem Fokussieren sah ich eine Art geplatzte Hülle, aus der ein paar schnelle Viecher herauswuselten. Da ich über keinen adaptierten Blitz verfüge, konnte ich diese Tierchen nicht ablichten.


      Zum ersten Mal habe ich Jochalgen gefunden




      Da Fische im Kleinbiotop fehlen, leben dort auch Wasserflöhe


      Das gehörte einem kleinen Flattermann


      Dieses runde Teil ist mir unbekannt


      Genau wie diese kleine "Flasche". Dafür habe ich das 90er Apo mal wieder eingesetzt (2. Bild). Leider ist beim Immergieren das Objekt etwas in die Schräglage geraten.




      Hier nocht etwas anderes unbekanntes



      So weit erst einmal, der Nachtrag kommt später.

      Einen schönen Tag
      Detlef
    • Hallo, Detlef.

      Üppig, üppig, die "Ernte" aus Deinem Mörtelkübel!

      Du solltest nicht "auf Teufel komm raus" schiefe Beleuchtung oder ähnliches einsetzen. Manchmal ist es besser, sich auf das Hellfeld zu beschränken. Vielleicht hättest Du die Closterium mit deutlicherer Oberfläche abbilden können. Und bei dem Blattfußkrebs hast Du damit eine Bestimmung leider unmöglich gemacht. Hier kommt es nämlich nicht nur auf den Bau des Postabdomens an (das ist der "Fuß", der hinten aus dem Carapax heraus schaut), sondern auch auf Form und Struktur des Carapax. Leider erliege auch ich zu oft der Versuchung, diese kleinen Krebse plastisch abzubilden, weil es gut aussieht.

      Auf dem 1. Foto hast Du den leeren Carapax eines Wasserflohs. So etwas wird immer wieder gerne vom Plankton benutzt. Die runde Scheibe mit Loch (6. Foto) ist das Gehäuse einer Schalenamöbe der Gattung Arcella. Und das "Fläschchen" gehört zu einem Pilz.

      Ich bin gespannt auf weitere Bilder.

      Als Planktonsieb für Kleinstgewässer wie Deine Mörtelbalje benutze ich zur Konzentration des Planktons ein "Zylosieb". Das ist eigentlich zum Auffangen von Harnsedimenten bestimmt, eignet sich aber prima als kleines Planktonsieb. Bekommt man in der Apotheke.

      Schönen Tag noch

      Lupo
    • Hallo Bernd,
      das letze Bild ist vielleicht auch eine Schalenamöbe, die ordentlich Algen gefressen hat. An der Mundöffnung kommen die Pseudopodien raus - so meine vorsichtige Interpretation.
      Die Arcella habe ich vor ein paar jahren beim Bodmantreffen (Bodensee) gefunden.Auch leeres Gehäuse.Von der Seite sieht man, dass sie wie ein Pilzhut geformt ist, also gar nicht so ein flacher Pfannkuchen, wie man i9n der Aufsicht vermuten würde.







      Mit herzlichen Mikrogrüßen

      Klaus
    • @ Lupo,

      mein primäres Ziel war und ist es fast immer, möglichst ansprechende "schöne" Bilder zu bekommen. Natürlich möchte ich die Dinge so abbilden wie sie in Wirklichkeit sind.
      Durch die schiefe Beleuchtung betont man die Oberfläche und verdeckt den Einblick in das Objekt. Dessen bin ich mir schon bewusst.

      Die Closterium habe ich nicht wirklich schief beleuchtet. Ich nutze den Heine-Phasenkontrast-Kondensor. Dieser bietet eben viele Möglichkeiten der Kontrastierung.

      Ich freue mich natürlich, wenn Du mir schreibst, wie die Dinge heißen die ich abgelichtet habe. So speichere ich sie dann auch in meiner Bilderdatei ab.

      Den Blattfußkrebs habe ich hier in einer weiteren Variante aufgenommen. Das ist wohl kein 100%iges Hellfeld, aber immerhin.




      So ein Zylosieb werde ich mir besorgen. Das ist eine gute Idee!



      @ Klaus,

      wie hast Du die Arcella bloß dazu gebracht sich umzudrehen?
      Meine lag da wie angeklebt!

      Auf jeden Fall Danke, dass Du die Bilder gezeigt hast! Ich hätte nie gedacht das die so gebogen ist.


      Ich habe da noch ein paar ander Algen gefunden, die allerdings ein wenig "ausgelaufen" scheinen.
      Bevor ich jetzt da etwas dummes schreibe, zeige ich einfach die Bilder.








      Zu den Kieselalgen gehören die bestimmt nicht, die sehen anders aus



      Viele Grüße
      Detlef
    • Hallo,

      ich habe aus meinem kleinen Lebensraum "Mörtelkasten" ein wenig vom Detritus geborgen und mikroskopiert.
      Ein paar Dinge habe ich darin gefunden die ich hier zeigen möchte. Es sind keine besonders tollen Bilder aber so kann ich ein wenig das Froum bereichern.

      Als erstes noch mal die Closterium, davon gibt es sehr viele. Diese kommen auch immer wieder in der "ausgelaufenen"(?) Version vor.






      Jetzt 2 Dinge die ich nicht kenne, jedoch interessant aussehen





      In dem Wasser gibt es mehrere kleine Tierchen, die spontan den Ort wechseln können. Sie "springen" einfach an eine andere Stelle. Hier eine Ausschnittsvergrößerung, aufgenommen mit dem PV Apo L40:1/A:0.70



      Ein stetig wanderndes Tierchen, eine Amöbe?



      Und letztendlich ein kleiner Bär! Der erste den ich abgelichtet habe, nur leider kam er nicht aus seiner Deckung heraus.



      Viele Grüße
      Detlef

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von detlef.q ()