Beiträge von Hermit

    Ein Kollege sagte mal, man müsse immer einen Hammer neben den PC legen, weil Elektronik will gestreichelt werden. Daran musste ich denken, als du gesagt hast, du kannst das nur mit der Schraube drehen. Auf Dauer ist das nichts. Du schrottest ihn vollends. Du musst ja auch nicht nur die Blenden wechseln, sondern auch zentrieren können.

    Beschreib noch einmal das Gerät (Hersteller und Nummer, bei Zeiss West oder Ost), dann frag ich einen Bekannten.

    Wenn es nicht zu indiskret ist, was hat der Kondensor gekostet?

    Hi Samuel,

    ich dachte, hier sind alle per Du. Wenn man mich siezt, werde ich immer schamviolett. Und aus dem letzetn Wort kannst du schließen, dass ich ein alter Sack sein muss, das stammt nämlich von Insterburg und Co.

    Na ja, Anfänger wäre Understatement. Ich bin Biologe, und zwar weil ich schon lange vor dem Studium mikroskopiert habe und so zur Biologie kam. So wie Angeberei blöde ist, so ist auch Understatement unangemessen. Mikroskopie ist ein zentrales Verfahren der Biologie, weshalb man das zumindest im Studium verwendet (Mikrobiologen jedoch verwenden das Mikroskop weitaus seltener als man denken würde, deren Mikro ist die Petrischale). Und da Eltern und Staat mein Studium Geld gekostet hat, verpflichtet das einen, da auch sein Zeug zu lernen. Und wenn man nach 40 Jahren nicht mehr alles weiß, setzt man sich auf die zwei größten Muskeln des menschlichen Körpers und lernt es nochmal.

    Aber Achtung, nach meinem Renteneintritt hab ich immens viel dazugelernt, und das nicht nur von Profis, sondern von Hobby-Mikroskopikern. Da gibt es eine interessante Parallele zu den PCs. Die Gamer haben die dicksten Kisten, die Profis nur dass, was sie brauchen (Rightsizing). In den Foren und Vereinen treffen sich Leute mit allen möglichen Interessen und jeder kann dir dazu was sagen. An den Unis äußern sich nur die Spezialisten, die anderen haben Angst sich mit Nicht-Wissen oder sogar mit falschen Aussagen zu blamieren. Mikroskopie in seiner ganzen Breite lernt man in der Community erst richtig.

    Also Anfänger nein, Oberexperte auch nein, ewiger Schüler ja.

    Viele Grüße

    Michael

    Kann ich das gefahrlos machen

    Nur, wenn du ihn dir dabei nicht auf die Füße wirfst...

    Ernst beiseite, wenn das Teil eh nicht tut, mach auf.

    Man sieht auf deinen Bildern eine Nummer, schreib sie nochmal im Klartext. Ist das Zeiss West? Dann könnte man auch einen Zeissianer-Crack fragen.

    Viele Glück

    Michael

    Hallo Samuel,

    es ist nicht nur ästhetisch, es gibt tatsächlich Sachen, für die man es braucht. Das sind allerdings Themen, die über unseren Hobbyisten-Level hinausgehen. Man braucht auch für manches ein ElMi, aber das kauft sich auch kaum einer (es gibt Leute, die ein Raster-ElMi zum Hobby haben, aber der Betrieb ist teuer).

    Ich sehe es halt so: wenn ich preiswert eins bekomme (also praktisch niemals), kauf ich eines. Ansonsten, selbst wenn ich die Stimme der Vernunft (meine Frau) überzeugen könnte, wäre ich danach der Gefangene des Geräts. Ich müsste so ein teures Teil dauernd verwenden, weil es ja so teuer war, und ich müsste die Themen anpassen. Und die Theman anpassen will ich nicht, ich will machen, was mich interessiert.

    Und nebenbei habe ich noch sportliche Ambitionen:

    Bestimmung Copepoden (man muss ein Pleonbeinchen abpräparieren oder bei Harpacticiden das ganze bTier zergliedern)

    Bestimmung von Ostracoden (man muss ein Beinchen abschneiden)

    Bestimmung von Baldachin- und Zwergspinnen (man muss die weiblichen Geschlechtsorgane präparieren)

    Und dann Lebend-Histologie bei Pflanzen (also Handschnitte)

    Das ist nicht nur für Rentner eine feinmotorische Herausforderung. Hab mich bisher immer davor gedrückt, aber jetzt muss ich da ran, weil ich es will.

    So long

    Michael

    Ja, das ist edel. Ich fürchte, ich würde es im Gelände versauen.

    Was ich aus der Richtung kenne, aber nie hatte, war ein kleines Bino, dass man als Fernglass verwenden konnte. Das Fernglass kam, wenn man ein Greenough-Mikro brauchte, in eine Halterung, die, glaube ich, noch ein bisschen Optik hatte.

    Praktischer noch finde ich ein Fernglass, mit dem man seine Zehen anchauen kann, also damit man damit z.B.Insekten ansehen kann und nicht zu nah ran muss. Aber das nur am Rande, damit komme ich vielleicht zu weit vom Thema Mikroskopie ab.

    Viele Grüße

    Michael

    Hi,

    habe es auch ausprobiert. Maß der Dinge ist der Vergleich mit einer Handlupe 10x (Bestimmungsschlüssel für die makroskopische Bestimmung sind in der Regel darauf hin ausgelegt). Die Handi-Lupe ist ganz ok, aber ich bin zu zappelig und die Vergrößerung kommt nicht an die 10x-Lupe ran. Einzig, wenn die App eine Bildstabilisierung hätte, käme sie in die Nähe einer Konkurrenz. Außerdem ist es genauso wie beim Mikroskopieren: Ein Bild auf einem Bildschirm hat viele Vorteile, aber vom Erlebnis her ist der Blick durch eine Optik was anderes.

    Trotzdem ne gute Idee, wenn man unterweg was kleines zusammen mit jemand anderem anschauen möchte.

    Viele Grüße

    Michael

    Hi,

    welche App hast du da verwendet?

    Ich gehe seit 45 Jahren niemals ohne 10x Lupe aus dem Haus und bin ein Fan davon, besonders im Alter, wenn man die Gift- äh ich meine die Inhaltstoffe der Lebensmittel im Laden nict mehr so lesen kann. Aber so eine Handy-Lupe ist eine feine Idee, weil man da vielleicht auch ein Foto nebenher machen kann.

    Viele Grüße

    Michael

    Hi Erik,

    danke für deine Antwort. Wie ich schon sagte, wenn mir so was über den Weg läuft und wenn es preiswert ist, gerne.

    Wenn es nur um die Kontrastierung geht, ist man bei Protozoen auch mit Phasenkontrast gut unterwegs. Ist nicht das selbe, aber wenn es auf Geißen ankommt, hilft der ungeliebte Haloeffekt des PH sogar etwas, und der Azimuteffekt des DIC kann manches verschwinden oder anders aussehen lassen. Aber sei es drum, wenn man beides hat, ist man noch besser unterwegs.

    Ich habe nun meinen Freund Chatgtp gefragt, welche Fragestellungen denn ein DIC zwingend erfordern. Zusammengefasst folgendes: Zelluläre Vorgänge bzw. intrazelluläre Bewegungen, die bei höchster Vergrößerung dynamisch an lebenden Zellen beobachtet werden müssen und einen optischen Schnitt erfordern. Klingt plausibel, PH ist zu grob, macht keine optischen Schnitte. Dunkelfeld schon gar nicht. Hoffman's Modulationskontrast (HMC) ginge, ist aber nicht verbreitet. An manchen Inversen Mikros ist der bis 400x dabei, das ist zu wenig. Ansonsten ist der auch teuer, weil die Objektive dafür sein müssen. BTW, die genannten zellulären Prozessse sind noch genauer mit fluoreszierenden Antikörpern zu untersuchen, aber da sind wir weit jenseit unserer Möglichkeiten als Hobbisten.

    Meine Interessen liegen aber derzeit auf anderen Sachen: Sand, Steine, Obst und Gemüse (und ihre Pizflora) im Garten. Da komme ich auch ohen DIC klar, da heißt es eher schleifen, schneiden, färben.

    So long

    Michael

    Hi,

    Linkes Bild: ne Zecke ist es nicht, aber ich tippe auf Wassermilbe. Und da die Zecken auch zu den Milben gehören, hast du auf jeden Fall den Habitus in der Richtigen Richtung gedetet.

    Rechtes Bild: Ich würde auf einen Plattwurm tippen (Turbellaria). Versuch unter 400x mal im Dunkelfeld oder bei geschlossener Blende die Bewimperung zu sehen. Die ist so aber nur am Rande sichtbar.

    Viele Grüße

    Michael

    Hi Erik,

    hat nen Bart, bei mir Jahrzehnte lang. Das was du sagst ist auch richtig. Wenn mir mal ein preiswertes DIC vor die Füße fällt, kauf ich es. Aber viele Prismen und gute Objektive von Zeiss sind schon durch die Hände des Delaminators gegangen und die Leute wollen trotzden eine Menge Geld dafür. Ich kauf doch kein kaputtes Zeugs, auch wenn's scheinbar "nix ausmacht".

    Meine Intention war es auch nicht, gegen das DIC zu sprechen, aber es gibt ne Menge Leute, für die das immer wieder ein Thema ist.

    BTW, auch ich wurde zum Anfänger geadelt. Normalerweise gebe ich nichts auf Ränge, weil die einen in eine Hierarchie pressen, aber erstens ist es vermutlich gut gemeint und zweitens habe ich den Verdacht, dass da der Algoritmus dainter steckt. Jedenfalls passt es, weil ich mit allem etwas anfangen kann.

    Dennoch suche ich noh ein Tema, dass nur mit DIC geht.

    Viele Grüße

    Michael

    Liebe Freunde,

    bevor ich etwas in den Saal pupse, seien zwei Dinge vorausgeschickt:

    1. Ich neide keinem sein DIC (ich neide überhaupt niemanden etwas)

    2. Ich respektiere selbsterständlich, obwohl ich bekenndénder Banause bin, wenn jemand Kunst macht. Das umfasst auch, dass jemand nicht wegen der Wissenschaft mikroskopiert, sondern um schöne Fotos zu machen.

    Nach überstandener Infektion schreibe ich dies für alle, die selber noch vom DIC-Virus infiziert sind, sich aber keines leisten können. Und auch für alle, denen es nicht zum Trinotubus langt und (auch und vor allem in anderen Foren) die Bildverbesserungsdiskussionen mitverfolgen, die an die Diskussionen zwischen Weinkennern bei Verkostungen von Spitzenweinen erinnern.

    Und nun zum DIC in meinem Leben. Mein erstes Mikroskop war ein Kaufausmikroskop mit unsäglich schlechter Bildqualität. Ich war knapp über 10 und es war ein Geschenk meiner Oma. Dies war das beste Mikroskop meines Lebens, denn es war der Funke, der in mir ein Feuer entfachte, das noch heute brennt. Ich schaute mir stundenlang immer wieder dieselben Präparate an, Federn meines Wellensittichs und irgendwelche Kristalle auf einem Objektträger.

    Später, nach einem Kosmos Humbold nach der Konfirmation, und zu Beginn meines Biologiestudiums, wuchsen die technischen Wünsche immer weiter. Ich lernte, was es alles an Verfahren gab, aber nicht im Studium, sondern vom Mikrokosmos und aus Büchern. Und es war mir sofort klar, dass das DIC der Fürst unter den Mikroskopen war. Das wollte ich und ich wußte, dass es zunächst unerreichbar war. Ein Prospekt eines Sanitätshauses (Internet oder so gab es noch lange nicht) wieß für eine Zeiss DIC nach Normanski etwa 13 Mille als Preis aus (plus MWSt). In meiner ganzen Karriere sah ich an der Uni nur Hellfeld-Mikros ud zweimal ein Phasenkonrast-Mikro. Das eine hatte ein Wurmforscher für seine Forschungen und das andere verwendete ich mit anderen zusammen, um Zellkulturen anzuschauen (in dem Labor kannte keiner den Wert eines PH-Mikros). Noch später, als ich in einem Universitätsklinikum in anderer Funktion viel herumkam, liefen mir keine DICs über den Weg. Nicht mal die Kunde von einem erreichte mich.

    Mit dem Renteneintritt wandte ich mich dann wieder mehr der Mikroskopie zu, und es regte sich der nie eingeschlafene Wunsch nach einem DIC wieder.Ich suchte und fand Anschluss an die Mikroskopiker-Community, Vereine, Foren. Ich lernte, dass es mittlerweile recht günstige und gute Mikroskope gab. Vor allem aus dem deutschsprachigen Raum (nein, Österreich meine ich auch!) kann man Geräte (und Zubehöre) kaufen, die vor 50 Jahren zu Spitzeklasse gehörten, Planobjektive, Phasenkontraseinrichtungen. Auch Lomo aus Russland sie erwähnt, die in vielen kompatibel mit Zeiss Ost sind (ja warum denn wohl) und die ich sehr schätze.

    Na ja, und wie vielen Einsteigern und Wiedereinsteigern auch (ich war allerdings nie ganz raus), kamen mir überall DIC-Bilder entgegen, immer mit dem Applaus der Community, zunächst dem lobenden Ah! und dann die genannten Diskussionen über die Feinheiten. Und ich dachte, man bekommt ja alles und jedes gebraucht und so günstig und da wird man ja auch wohl ein DIC bekommen zu einem Chhristlichen Preis. Dann lernte ich, dass die Schnäppcen unter den DICs schon ganz nett ins Geld gehen bzw. gegangen wären, hätte ich nicht...

    ...nein, wäre ich nicht zur Vernunft bekommen. Mit immer breiterer Beschäftigung mit der Mikroskopie wurde mir immer klarer, dass das DIC nur ein Spezialgerät war, das seine Vorteile in erster Linie (aber natürlich nicht nur) bei der Lebenduntersuchung von Wasserorganismen hat. Ich lernte außerdem, dass es so viele andere Verfahren in der Mikroskopie gab, die für meine Interessen wichtiger waren bzw. das DIC war für meine Interessen gar nicht mehr nötig. An dieser Stelle muss ich meiner Frau danken, die mich von der Suche eines DIC rechtzeitig abhielt. Die Stimme der Vernunft.

    Um es kurz zu machen (ist ja schon lang), ich merkte, dass ich kein DIC brauchte. Ich merkte, dass ich, wenn ich so ein Gerät kaufen würde, der Gefangene des DIC wäre. Man blättert nich so viel Kohle hin, um es dann stehen zu lassen und Polarisationsmikroskopie zu machen oder irgend etwas anderes. Es gibt auch sehr wenige Fragestellungen, die nur mit einem DIC bearbeitet werden können (s.u.).

    So ging das DIC-Fieber vorüber. Ich bin gesund und befreit. Was nun hatte mich geheilt? Die Antwort liegt in einem Wort: Fragestellung. Ich persönlich mikroskopiere, um meine Neugier zu befriedigen. Will man seriös erscheinen, sagt man, man habe eine Fragestellung. Nun, es gibt wenige Fragestellungen, die ein DIC erfordern.

    Eine dieser Fragestellungen bzw. Gründe für die Verwendung eines DICs ist das Erstellen schöner Bilder. Dabei geht dem Endergebnis noch eine EDV-gestützte Bildverarbeitung voraus. Hier im Forum wurden allerdings auch schon Bilder gezeigt, die DIC-ähnlich waren, aber ohne DIC erzeugt wurden. Wer also so etwas machen will, mit oder ohne DIC, ok.

    Ich denke aber, viele Mikroskopiker, vor allem Hobby-Mikroskopiker, aber auch ich, schätzen den direkten Blick ins Okular, das Eintauchen in die Mikrowelt, das kein Bild auf Papier oder Bildschirm ersetzen kann. Mit DIC ist vielleicht nocht besser, aber einer, der sich ein DIC besorgt hatte meinte danach, er hätte mehr erwartet. Weiß nicht, ist mir wurst. Wenn mir ein noch unbekannter reicher Onkel in Amerika wider Erwarten ne Million vererbt, kauf ich ein DIC und sag dann meine Meinung dazu. Bis dahin, staune ich schon ohne genug beim Mikroskopieren.

    Eine wichtige Funktion der Mikrofotographen möchte ich hier aber doch noch würdigen. Es ist nicht alles "nur" Kunst. Viele Mikrofotos, DIC oder nicht-DIC, dokumentieren Organismen oder andere Naturerscheinungen, die in der Wissenschaft zwar oft beschrieben, aber nie fotogrfiert wurden, und das in eine Qualität, die zumindest früher von Wissenshaftlern aus Zeit- und Geldgründen kaum zu erbringen war. Wichtig für Wissenschaftler ist primär nicht das Bild, sondern die Reproduzierbarkeit der Ergebnisse.

    Ich möchte daher allen, die sich kein DIC leisten können oder wollen, Mut machen. Ihr könnte alle auch mit einfacsten Mitteln Spaß haben und auch noch Großes leisten. Die Masser der biologischen und medizinischen Grundlagen wurde mit Hellfeldníkroskopen mit ein wenig Dunkelfeld und schiefer Beleuchtung gelegt. Und die Geologie verdankt viel der Pol-Mikroskopie.

    Am Ende bitte ich nun um Verschläge, welche wissenschaftlichen Fragestellungen unbedingt ein DIC erfordern. Vielleicht, wenn ich an die nötigen Ressourcen rankomme, würde ich versuchen, diese Fragestellungen zu bearbeiten. Die Einschränkung mit den Ressourcen nur, weil man heute als normal Sterblicher halt nicht mehr alle Reagenzien bekommt.

    So long und noch ein paar Stunden schöne Weihnachten

    Michael

    Hi,

    zu deinem Fotoprojekt folgendes. Da ich aus der Biologie komme, habe ich andere Maßstäbe, die ich an das mirkroskopische Bild anlege. Bei den meisten Hobby-Mikroskopikern oder sagen wir mal bei den meisten, die sich so zu Wort melden, sind eher schöne Bilder wichtig, bei Wissenschaftlern die Reproduzierbarkeit. Du bist also bei den Hobbyisten gut aufgehoben. Da wird heftig gestackt und nachbearbeitet. So ist das in der Kunst und das ist natürlich in Ordnung, in der Kunst.

    Allerdings erfordert insbesondere die Dunkelfeldmikroskopie besondere Sauberkeit, weil das Dunkelfeld dazu dient bzw. verwendet werden kann, feinste Teilchen kontrastreich zu zeigen. Und da gehört halt auch der Staub dazu.

    Der zweite Punkt ist die Brillianz der Bilder. Da du B&W fotografierst, hast du schon mal das Problem der chromatischen Aberation entschärft.

    Da das Dunkelfeldbild von dem Kontrast zwischen hellem Objekt in der Mitte und dunklem Untergrund lebt, fällt auch erst einmal die Notwendigkeit von Plan-Objektiven weg, da die Bildfeldwölbung, die bei bildfüllenden histologischen Schnitten beim Fotografieren stört, nicht sichtbar ist.

    Für Dunkelfeld mit dem 100er brauchst du 100er mit Objektivblende oder Einhängeblende, die zu genau dem Objektiv passen muss. Eine 100er mit Blende ist also praktischer. Von Zeiss kenn ich die nur als Planachromaten. Wenn du auf Zeiss setzt, brauchst du so eines. Ansonsten gibt es auch, seltener, welche von Lomo. Die erfüllen aber mit Zeiss-Okuaren (oder anderen fremden) dann nicht die höchsten Anforderungen. Ich selber hab keines von Zeiss, sondern eines vom Kosmos mit Einhängeblende und Tubuslänge 170 mm. Ein Exot heutzutage.

    Du kannst aus den beiden genannten Gründen also mit einfachen Objektiven anfangen. Scharf abbilden tun die der namhaften Hersteller alle und gebraucht auch zum kleinen Preis. Lass dir versichern, dass si nicht delaminiert sind (bei Achromaten seltener als bei teuren Objektiven).

    Da du mit Spermien anfangen willst, und da das Dunkelfeld überhaupt seine Stärke bei Wasserbewohnern insbesondere mit Zilien hat, und da die immer herumzappeln, wäre für eine scharfe Aufnahme eher als teure Objektive eine Blitzeinrichtung zu erwägen. Mann kann die Hektiker auch ruhigstellen, aber es ist wie beim Jagen: Ist der Hirsch "ruhig gestellt", ist er nicht mehr so schön wie noch eine Sekunde vor dem Schuss.

    Für so kleines Zeugs ist ein 100er schon nötig und aus technischen Gründen muss dann auch immer Objektiv und Kondensor immergiert werden. Denn es kommt ja auf den schwarzen Hintergrund an. Das ist ein Riesengesabber. Daher wäre zu überlegen, ob nicht ein zweites Hellfeld-Mikroskop Zeit spart, wenn man sich ne Probe zubereitet. Das muss ja kein teures sein, nur damit man nicht dauernd alles umbauen muss, wenn man eine neue Probe macht (gilt nur für das 100er und immergiertem Dunkelfeldkondensor, mit Einlegblende im Kondensor bis zum 40er-Objektiv geht das alles auch so mit dem Hellfeldkondensor).

    Als Fotograf weißt du ja, dass das ein teures Hobby ist. Willst du Spitzenbilder, sind die Objektive in der großen Welt schon teuer. Willst du Mikrofotos auf hohem künstlerischen Niveau machen, ist das "Objektiv" das Mikroskop. Und das kostet halt auch mehr als u.B. ein preiswertes Makroobjektiv, auch gebraucht ist Spitzenleistung eine Preisfrage.

    Und als Fotograf weißt du auch, dass Fotografie wie anderee Kunst auch ein Handwerk ist. Ein Laie macht mit einem Super-Objektiv noch lange kein Super-Bild (es gibt natürlich auch viele sehr gute Hobby-Fotografen). Entsprechend musst du das Handwerk der Mikroskopie beherrschen, um gute Bilder zu erhalten. Es ist quasi eine Spezialausbildung für ein Spezialgerät.

    Was ich sagen will, du hast schon einmal sehr gute Voraussetzungen für dein Pojekt.

    Viele Erfolg und viele Grüße

    Michael

    Das geht jetzt aber in eine seltsame Diskussionsrichtung. Ich habe erst einmal Google befragen müssen, was eine Diatomeen-Testplatte überhaupt ist, da ich ja ein absoluter Einsteiger bin. Habe jetzt mal auf die Schnelle gesehen, dass solche Testplatten über 100 Euro kosten. Die habe ich nicht vor, auszugeben ,um dir meinen Mut zu beweisen. Habe ich etwas falsch verstanden oder etwas falsches geschrieben, oder sind Anfänger hier eher nicht willkommen?

    Der Mikropetz muss aber ganz schön ran, gleich am Anfang. Aber Disussionen sind immer nett zu verfolgen.

    Zu den Testplatten hier die Meinung eines der Riesen, auf dessen Schultern wir stehen: Göke schreibt in seinem Buch, dass die Diatomeen eher geeignet sind, das eigene Sehvermögen zu testen. Das ist keine Kritik an den Testdiatomeen, sondern ich sehe es speziell für mich eher las einen Hinweis, dass es ja letztlich darauf ankommt, ob wir das sehen, was wir unterm Mikro gesucht haben.

    Es gibt viele Gründe, warum das technisch beste Mikro nicht immer voll seine Möglichkeiten zeigen kann. Das mag am eigenen Visus liegen, an der Eignung des Präparats und an den eigenen Möglichkeiten (finanziell oder von den Kenntnissen her), dem teuren Mikroskop ein geeignetes Präparat mit dem Objekt meines Interesses vor die Linse zu werfen.

    Mein Rat an dich, Mikropetz, such auch Anschluss an einen Verein mit Leuten, die du auch im richtigen Leben treffen und mit denen du gemeinsam durch Mikro schauen kannst. Da wird dir bestimmt jemand auch helfen, Diatomeen zu mikroskopieren, ohne ein teueres Präpatat zu kaufen. Nomarski hat da schon recht, wenn er dich auf Diatommen als Testobjekte hinweist. Die sind aber auch sonst sehr schöne Objekte mit Suchtpotential.

    Das soll jetzt nicht gegen das Forum sprechen. Mikroskopie-Foren erweitern unseren Horizont ungemein und solche Diskussionen können sehr fruchtbar sein. Und ich hätte mir Foren schon in meiner Kindheit gewünscht, als ich mit dem Mikroskopieren begonnen habe. In Foren bekommst du auf Fragen Antworten, die dir Google nicht so einfach gibt. In Vereinen oder Mikrogruppen findest du die Praxis, die man einfach anfassen muss.

    Viel Spaß beim Mikrosopieren

    Michael