Einsteiger und kurzes Hallo

  • Hallo liebe Foristen,


    möchte mich auf diesem Wege kurz vorstellen und auch gleich das ein, oder andere Thema anschneiden. Ich würde mich sehr über Eure Meinung freuen.

    In lebe in Wien und komme ursprünglich aus Hamburg. Seit vielen Jahren fühle ich mich dem Meer/Wasser verbunden und habe meine Hobbies entsprechend ausgerichtet.

    Ich habe viel Freude an der Aquaristik, historischer Schiffsmodellbau und früher auch Angeln....Auch hatte ich in den 80er Jahren ein kleines feines SW-Fotolabor.

    Im Rahmen der Aquaristik habe ich neben der Süßwasserseite angefangen zusätzlich kleine Riffbecken mit Korallen anzulegen. Hier stellte sich schnell die Frage, Wie ernähren sich Korallen?

    So habe ich nun angefangen, einfaches Phytoplankton zu züchten und damit die Population an Zooplankton zu steigern. Dafür habe ich extra kleine Refugien/Becken angelegt.


    Bei der Beschäftigung mit der Mikrofauna möchte ich mir nun auch selber ein Bild von der Vielfalt der Organismen machen. Und da erscheint mir ein gescheites Mikrospkop sehr naheliegend.

    Zudem möchte ich interessante Präparate digital dokumentieren und in der Community diskutieren.


    Herausfordernde Präparate sind nicht geplant. Auch bin ich platzmäßig am Ende und kann mir keinen permanenten Mikroskopierplatz einrichten.


    Ich habe nun das Internet durchforstet und sehr viel gelesen und abgewägt. Das geplante Mikroskop wurde hierbei immer umfangreicher und teurer. Das Sichten des Gebrauchtmarktes und Amazon und Ebay...und Willhaben usw. brachte nun auch keine Entlastung/Verbesserung.


    ich habe nun hier in Wien einen lokalen Händler/Hersteller welcher interessante Optiken anbietet. Ich habe mir nun folgendes Mikroskop rausgesucht, was ganz knapp noch im Budget liegt.


    https://teleskop-austria.at/MicroCosmosA#m (639,90 EUR)

    - Quote-

    MicroCosmos - Modell "A" (Allgemein)

    Die preiswerteste Modell mit traditionellem 160mm Tubuslänge hat folgende Eigenschaften:


    • fünffacher Objektivrevolver, statt gewöhnlichem vierfachen; selbstverständlich kugelgelagert
    • 5 Objektive (4x, 10x, 20x, 40x und 100x-oil) - (das ist das einzige Unterschied zu Plan Modell, dass die Objektive hier nicht Plan sind)
    • koaxialer Grob- und Feintrieb mit Tensionskontrolle
    • Kreuztisch mit Feinbewegungsapparat. Verstellbereich 50x80 mm
    • Full-Köhler-Beleuchtung mit Feldirisblende
    • Weitfeld-Okulare 10x mit 20 mm Feldaperture und 30.0 mm Steckdurchmesser.
    • Trinokularer Fototubus mit permanent gesplitteter Lichtteilung
    • Im Fototubus ist eine 0,5x Reduktor-Vorsatzlinse für Mikroskopkamera bereits eingeaut - Sie brauchen nur die Mikroskopkamera ohne Vorsatzlinse
    • Abbé-Kondensor N.A.=1.25, mit Vergrößerungsanzeige für das Irisdiaphragma
    • Schnellwechselvorrichtung an der Kondensorhalterung - leicht justierbar
    • 3W LED Beleuchtung: Die Leuchtkraft entspricht einer 30-Watt-Halogenlampe, die Betriebszeit beträgt aber ca. 10.000 Stunden. Homogene Präparatausleuchtung und keine Erwärmung des Präparates.

    Kompatibilität mitgeplant

    • Objektivrevolver: RMS-Gewinde - auch Zeiss, Nikon, Olympus usw. Mikroskopobjektive (160mm System) können verwendet werden
    • Okularsteckdurchmesser ist 30,0mm:: Zeiss Primostar u.a. 30mm Okulare können verwendet werden
    • Kondensor-Halterung: Zeiss Primostar Kondensoren können verwendet werden (Hellfeld-, Dunkelfeld-, Phasenkontrast)

    -unquote-


    Ich finde das Mikroskop deswegen gut, weil

    - umfangreiche Ausstattung

    - Köhlersche Beleuchtung

    - Neugerät und Händler vorort

    - 5fach Revolver

    - Zeiss kompatibel

    - attraktiver Preis


    Ich würde mich sehr über Eure erfahrene Meinung zu meinem Vorhaben freuen.


    Beste Grüße aus Wien,

  • Hallo Schlichting,


    auch von mir Willkommen im Forum!


    Deine Frage nach dem "ist dieses Mikroskop für mich gut?" ist meiner Meinung nach schwierig zu beantworten.


    Ich stimme Thomas erst einmal zu, ein Gebrauchtgerät von einem der großen Hersteller anzuschaffen, ist letztendlich besser.

    Die Frage für mich ist hier aber, wie weit tauchst du in das Thema Mikroskopie ein?


    Wenn du nur begleitend zur Aquaristik mikroskopieren willst, mag das von dir beschriebene Gerät für deine Ansprüche in Ordnung sein.


    Zu der Qualität dieses Mikroskops kann nichts beitragen. Ich arbeite hauptsächlich mit alten Leitz Geräten. Diese haben zwar schon einige Jahrzehnte auf dem Buckel, funktionieren aber noch einwandfrei. Da wurde zum Beispiel kein Kunststoff verbaut und die Mechaniken sind äußerst dauerhaft ausgelegt.


    In der Beschreibung zu dem Mikroskop, welches du anpeilst, werden mehrere Dinge groß angepriesen, die ja eigentlich „normal“ sind.

    Ob ein trinokularer Fototubus mit permanent gesplitteter Lichtteilung gut ist?


    Eigentlich sind Objektive eines Herstellers auch auf die Okulare des gleichen Herstellers abgestimmt. Ob man wild mischen kann? Das habe ich bisher noch nicht gemacht.


    Ich hatte auch einmal Aquarien und war auf der Suche nach einem Mikroskop um einen Parasiten am Fisch bestimmen zu können. Nun habe ich kein Aquarium mehr, dafür aber mehrere Mikroskope. So verändern sich manche Dinge!


    Bei einem Gebrauchtgerät ist das mit dem Kauf meist nur der Anfang. Fast immer benötigt man weiteres Zubehör und möchte zum Beispiel die Beleuchtung umbauen, oder eine Kamera adaptieren etc., ständig fällt einem etwas neues ein und versucht sich zu verbessern.


    Und dann macht das Arbeiten mit einem qualitativ hochwertigen Mikroskop auch viel Spaß.


    Falls du dir das angedachte Mikroskop kaufst, bin ich auf deine Erfahrungsberichte und Ergebnisse gespannt.


    Gruß Detlef

  • Herzlich willkommen!


    Zitat

    Zudem möchte ich interessante Präparate digital dokumentieren und in der Community diskutieren

    das bedeutet, dass Du auch Fotos machen möchtest.


    Bevor Du was Teures kaufst, mach Dich erstmal schlau, wie man Mikro-Fotos macht.


    LG, ADi

  • Vielen Dank für die Anregungen und Tipps.


    Ich bin nun weiter fleißig am überlegen, wie es ich es nun am besten angehe.


    Gebrauchtgerät: Ich würde mir wünschen überhaupt ein entsprechendes Gebrauchtgerät - Angebot zu haben. Ich dachte erst, in Wien müßte so was doch zu kriegen sein. Ich fand bis jetzt einige Gebrauchtgeräte bei Ebay und co. . Leider ohne Garantie, wesentlich teurer und schon garnicht zum vorher ausprobieren.


    Für mich ist es schon wichtig:

    Tricular, mit Köhlersche Beleuchtung (macht Sinn glaube ich) und kompatibel mit Zubehörteilen, Budget max 650,- für ein gebrauchsfähiges Gerät.


    Das geistert mir seit Tagen vor den Augen: https://www.willhaben.at/iad/k…licht-mikroskop-505378751


    (nicht trikular und ohne Köhler, glaube ich....aber Phasenkontrast...und wie bekomme ich da eine Cam ran?


    Da es anscheinend nicht leicht ist ein gebrauchtes Markenmikroskop in der mindest Ausstattung zu lokal zu kaufen.....Was bleibt mir da übrig?


    Neugerät: Ich bin nun zum Geschäft hingefahren (mit der U-bahn 4 Stationen) um mal zu schauen. Das Geschäft wurde von einem Physiker gegründet der nur Teleskope und Mikroskope verkauft, die er selber konfguriert baut/zukauft. Hab andere Kunden gefragt und die waren ganz angetan von dem Geschäft. Es sind keine umgelabelten Billig-Dinger.


    Wir haben nun ein Zeiss PrimoStar neben meinem Favoriten gestellt und ich habe nun laienhaft mal überall dran rumgedreht. Fühlte sich ganz gut an, beide seidenweich und nix klapperiges dran. Sicher ist das Zeiss tausendmal besser, aber auch 4x so teuer.


    Ob ein trinokularer Fototubus mit permanent gesplitteter Lichtteilung gut ist?

    Tja, schwere Frage. Annahme: Wenn nun die Lichtteilung nachteilig ist, dann ist im Umkehrschluß ein monokulares besser als ein biculares Mikroskop. Der Punkt ist, dass ich keinerlei Ahnung habe wie das Fotografieren am besten klappt. Soll ja nix dolles sein, nur halt halbwegs vorzeigbar.


    Danke, für die Ratschläge.


    Bevor Du was Teures kaufst, mach Dich erstmal schlau, wie man Mikro-Fotos macht.


    Ja, der Plan ist erstmal nur mit dem Smartphone auf einem Stativ zu fotografieren. Wenn das nicht klappt, entweder eine kleine zylindrische Cam (zum Reinstecken) oder eine günstige C-Mount Cam (max 5 MP)anzuschliessen. Budget max. 200,-


    Danke für die Warnung, es wird ganz schnell heftig teuer.



    Besten Dank nochmal und lieben Gruß,

    Jürgen

  • Zum Thema Kamera.

    Ich habe diese hier gekauft.

    (ca. 160€)


    41MP Industrie C-Mount Mikroskop Kamera mit Adapter 0,5X Okular High Definition Kamera mit High Definition Multimedia Interface USB2.0 mit Zwei Ausgängen(110-240V) https://www.amazon.de/dp/B084T…ZG2G?_encoding=UTF8&psc=1


    Ist schon ein schönes Gerät.

    Für mich war wichtig, Livebild auf einem Monitor und direkte Aufnahme auf eine SD Karte.

    Das Ganze ist dank der Fernbedienung völlig erschütterungsfrei.

    Die Bildqualität der Hayear Kamera ist auch wirklich gut.

    Aber, der mitgelieferte 0,5er Adapter war irgendwie eine Montagsproduktion.

    Ich habe einen baugleichen Adapter bei Aliexpress für 10€ gekauft.

    Und dieser Adapter ist 1A!


    Grüße, Thomas.

    • Offizieller Beitrag

    Das geistert mir seit Tagen vor den Augen: https://www.willhaben.at/iad/k…licht-mikroskop-505378751


    (nicht trikular und ohne Köhler, glaube ich....aber Phasenkontrast...und wie bekomme ich da eine Cam ran?

    So wie es da steht hätte man nur die Möglichkeit, über eines der beiden Okularstutzen eine Kamera anzusetzen.

    Man könnte den Binotubus auch durch einen Trinotubus austauschen und hätte dann die Möglichkeit der Fotografie während der Beobachtung, was insbesondere bei Tümpelaufnahmen vorteilhaft ist. Andererseits ist dieses Modell der Standard-Reihe nicht sonderlich ausbaufähig.

    Dunkelfeld wäre z.B. nur durch Improvisation möglich. Phasenkontrast kann es auch nur mit Phase 2-Objektiven.


    Beste Grüße

    Bernd

  • Hallo Thomas,


    vielen Dank für die Info.


    Bei der 0,5x Linse glaube ich ..die braucht man dann wenn der Tubus kleiner ist zB 23,3. Bei 30mm würd es ohne Linse gehen.....?


    Wenn man das nicht in der Hand hat, kann man sich das immer schlecht vorstellen.


    Beste Grüße,

    Jürgen

  • Falls du dir das angedachte Mikroskop kaufst, bin ich auf deine Erfahrungsberichte und Ergebnisse gespannt.

    Das werde ich mit Freude machen.


    Ich bin so froh dieses Forum gefunden zu haben. Die Hinweise sind sehr hilfreich und wertvoll. Weil das tippt man mal nicht so nebenbei und es steckt sehr Erfahrung dahinter.


    Besten Gruß aus Wien,

    Jürgen

    • Offizieller Beitrag

    Bei der 0,5x Linse glaube ich ..die braucht man dann wenn der Tubus kleiner ist zB 23,3. Bei 30mm würd es ohne Linse gehen.....?

    Hallo Jürgen,


    das hat eine andere Bewandnis. Laut deiner Angabe hat das Zwischenbild in den Okularen einen Durchmesser von 20mm (Sehfeldzahl).

    Beim Fotografieren sollte der Durchmesser des Zwischenbildes im Idealfall etwas größer sein als die Diagonale des Aufnahmesensors der Kamera.

    So muß es z.B. bei DSLR-Kameras mit APS-C- Sensor um den Faktor 1,6x nachvergrößert werden, bei Vollformat sogar 2,5x.

    Videokameras mit C-Mount-Anschluß haben jedoch dagegen sehr kleine Sensoren, wenn auch mit hoher Auflösung.

    Ohne diese 0,5x Reduktionsoptik würde man damit nur den Bildkernbereich fotografieren können. So wird der Bildinhalt besser ausgenutzt.

    Für Kameras mit 4/3-Sensor und größer eignet sich also diese Reduktionsoptik überhaupt nicht.

    Ich denke gerade diese trikulare Aussrüstung wertet so ein Mikroskop ordentlich auf.

    Beim "normalen" Trinokulartubus hat man das selbe Zwischenbild wie beim binokularen Einblick und kann es mit einem Okular auch genau so beobachten. So läßt sich dort entweder mit dem Smartphone direkt hineinfotografieren oder mit jeder Kamera, dessen Objektivbrennweite je nach Sensorformat der Okularbrennweite angepasst werden muß, um den Bildinhalt des Zwischenbildes fotografieren zu können.

    Ob bei deinem "Favorit" diese Möglichkeit auch besteht, ist aus der Angebotsbeschreibung eben nicht ersichtich. Es würde schon fast ausreichen, wenn man diese Reduktionslinse auch herausnehmen könnte, um andere Adaptionen realisieren zu können. So wäre man an die Kameras mit kleinen Sensoren gebunden.


    Beste Grüße

    Bernd

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Jürgen,

    Willkommen im Forum.
    Wien ist eine Stunde weg von mir auf der A2.

    lg, Franz

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