Projekt 2: Wechselrevolver zerlegen

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  • Hallo zusammen,


    nach der geglückten Reparatur meiner Leuchtfeldblende, sind nun meine Wechselrevolver dran. Einer davon schleift/knirscht minimal und beim anderen sollte man das etwas zäh gewordene Fett erneuern.

    Da ich nun zwei habe, kann ich mir auch Zeit lassen. Zuerst kommt der „Knirscher“ dran.

    bevor es losgeht, habe ich schon ein Problem: der Schlitz der Schraube ist sehr lang und sehr dünn. Keiner meiner Schraubenzieher und keiner meiner Aufsätze passen hierfür. Als nächstes wäre dann sie Konterschraube dran. Was nehme ich dafür am besten?


    Danke für eure Hilfe,

    Grüße,

    Simon

  • Hallo Simon,


    für die mittlere Konterschraube am besten einen breiten Schraubenzieher. Die Klingendicke wäre an einem Schleifbock ö.ä. anzupassen.

    Vorsicht beim Lösen, da Linksgewinde!

    Die Lagerschraube darunter dürfte sich dann leicht lösen lassen. Auch da Vorsicht, daß keine Kugeln verloren gehen.

    Und noch ganz wichtig beim Wiederzusammenbau: Die Lagerschraube darf nicht zu fest angezogen sein!:!:


    Beste Grüße

    Bernd

  • Hallo Simon,

    Bernd hat das wichtigste ja schon erwähnt. Ich kann nur hinzufügen und empfehlen eine Wanne oder Schüssel unter dem Revolver zu platzieren die alle Kugeln auffängt. Der verstorbene Klaus Herrmann hatte die Wanne, Angsthasenwanne (oder so ähnlich) genannt. :99:

    Ich nutze dafür eine Magnetwanne aus dem kfz-Bereich, da kleben die Viecher dann am Grund der Wanne. Später werden die wenn nötig wieder entmagnetisiert. Es geht auch mit einem Stoff in der Wanne, dann fangen die nicht an zu weit zu hüpfen.

    Wichtig ist auch, dass Du beim lösen des Revolvers den Revolver so horizontal wie möglich hältst, wenn die Kugeln in zwei Reihen gelagert sind und die sich in den weichen Messingbahnen verkannten, können die Bahnen schnell Schaden nehmen.


    Beim wieder zusammenbauen, hilft es die Kugeln mit dem geeigneten Fett in den Bahnen zu platzieren. Sie bleiben dann kleben und man kann den Revolver leicht wieder zusammen bauen.


    Gutes Gelingen,

    Marcel

  • Der verstorbene Klaus Herrmann hatte die Wanne, Angsthasenwanne (oder so ähnlich) genannt.

    Ohne die alten Geschichten geht es wohl mal wieder nicht.:99:

    Vor den Kreuztischen mit den vielen Kugeln in den Führungsahnen war die Ehrfurcht auch immer groß, deswegen durfte ich mich damit befassen.

    Angefangen hatte das alles mal mit der berühmten Crèmant-Wette, bei der er behauptet hatte, daß man den Kondensortrieb vom Standard nicht abbauen könne, ohne dazu den Fuß vom Stativhals abzuschrauben. Das Gegenteil hatte ich gezeigt und so hatte er die Flasche Crémant an mich rausgerückt, wenn auch zähneknirschend.:99:

    Daß bei älteren Gerätschaften zur Aufarbeitung eben mal Schrauben gelöst werden müssen, ist eigentlich nichts Außergewöhnliches. Mitunter ergeben sich dabei Diskussionen bestehend aus 5 Seiten mit mindestens 10 verschiedenen Stellungnahmen und Tipps dazu. Und am Ende sitzt die Schraube immer noch fest.:42:

    Hilfe kann man zwar anbieten, aber manche sind dann eben doch zu stolz, um sie anzunehmen und arbeiten dann eben lieber mit mehr Kraftaufwand an verharzten Trieben und Revolvern.

  • Hallo Bernd,


    Daß bei älteren Gerätschaften zur Aufarbeitung eben mal Schrauben gelöst werden müssen, ist eigentlich nichts Außergewöhnliches. Mitunter ergeben sich dabei Diskussionen bestehend aus 5 Seiten mit mindestens 10 verschiedenen Stellungnahmen und Tipps dazu. Und am Ende sitzt die Schraube immer noch fest.:42:

    Hilfe kann man zwar anbieten, aber manche sind dann eben doch zu stolz, um sie anzunehmen und arbeiten dann eben lieber mit mehr Kraftaufwand an verharzten Trieben und Revolvern.

    Hallo Bernd,


    ich hoffe, du meinst nicht mich?.

    Spaß am Revolverzerlegen werde ich sicher nicht haben, ich hoffe einfach es glückt...der an meinem Stativ gleitet geräuschlos und weich, man hört aber ein leichtes Schmatzen, vor allem beim erst Drehen des Tages.

    Mein anderer, der im Schrank liegt, sollte man mit dem leichten Knirschen und Ruckeln wohl lieber nicht benutzen...


    Ich versuchs demnächst mit Diamantschleifpapier und einem breiten Schraubenzieher. Vielleicht klappt das ja ??


    Grüße,

    Simon

  • Hallo Bernd,


    Ich habe mir einen großen Bit zurechtgeschliffen, das hat ganz gut gepasst. Die Schraube saß bombenfest, war aber zu entfernen. Die Lagerschraube war sehr einfach zu lösen.


    Ich bin wie in der Anleitung vorgegangen und alles hat wunderbar geklappt.


    Witzigerweise blieb erst eine Kugel übrig, obwohl beide Käfige voll besetzt waren?.

    Den Platz für die übriggebliebene Kugel habe ich dann aber noch gefunden.


    Vom ursprünglichen Fett war nichts mehr da. Lediglich eine stark klebrige, dicke Masse braun/grün/schwarze Masse.

    Aufwendiges reinigen mit WD40 und anschließend Wundbenzin war notwendig, um die Kugelkäfige blank zu kriegen.


    Als Fett habe ich eine Mischung aus OSIM FGF5 und OSIM MFK2 (60:40) genommen.

    Der Revolver läuft jetzt wunderbar geschmeidig und geräuschlos und auch die Rastung ist einwandfrei.


    Noch einen besonderen Dank an dich, lieber Bernd, für die Anleitung. Ohne hätte ich mich definitiv nicht rangewagt, obwohl es schlussendlich recht einfach war.


    Grüße,

    Simon









  • Hallo Simon,

    Gratulation zur geglückten Operation.:28:

    Dein Revolver scheint glücklicherweise einfacher gebaut zu sein, da er nur eine Reihe an großen Kugeln hat, und dazu noch ein Käfig.

    So hätte ich es mir bei meinem Stativ auch gewünscht.

    Bin schon gespannt auf Dein nächstes Restaurierungsprojekt. Ich schätze die Hemmschwelle wird immer niedriger etwas zu zerlegen und wieder in Gang zu bringen. :)

    Viele Grüße,

    Marcel

  • Hallo Bernd,


    vielen Dank, aber das ist zu viel der Ehre?. Du bist schließlich

    der optimus mechanicus. Aber ich bin froh, dass es so gut geklappt hat und ich keine Kugel verloren oder beschädigt habe. Die Auflaufform mit Backpapier war sehr praktisch, da springen die Kugeln nicht und fangen sich keine Fusseln ein.

    Das war definitiv überfällig, hätte man so damit gearbeitet, wäre er sicher bald kaputt. Ein Wunder, dass er nicht festgefressen war. Ich hatte auch das Gefühl, dass das verwendete Fett teilweise das Messing angegriffen hat (Säuren?).


    Hallo Marcel,


    auch dir vielen Dank. Der Revolver ist tatsächlich sehr simpel aufgebaut, da bin ich froh drum. Die Käfige machen das Einsetzen sehr angenehm und auch beim auf- und umsetzen verrutscht nichts - das war eine meiner Sorgen.

    Hast du zufällig Bilder von der Reparatur? Mich würde interessieren, wie das bei so einer harten Nuss von statten geht;)

    Ich schätze die Hemmschwelle wird immer niedriger etwas zu zerlegen und wieder in Gang zu bringen. :)

    Das stimmt definitiv. Auch verstehe ich die Funktionsweise nach dem auseinander- und zusammenbauen viel besser.

    Ich bin schon gespannt, was als nächstes überholt werden muss?


    Grüße,

    Simon

  • Hallo Simon,


    eigentlich sind diese Revolver noch recht servicefreundlich wenn man sich dagegen die Konstruktion vom Revolver des Jenalabs anschaut.

    Objektivrevolver vom Jenalab - so kann nichts schiefgehen

    Zerlegt war dieser zwar recht schnell, aber für den Zusammenabu mußten Spezialwerkzeuge gebaut werden.

    Aber Macel könnte in der Tat mal zeigen wie so ein zerlegter Revolver vom Zeiss-W-Stativ ausschaut.

    Ich hatte mal dazu den Auflichtkondensor besessen, aber dann doch wieder veräußert, weil er zum Standard-System leider nicht kompatibel war.


    Und noch etwas zur vergessenen Kugel, die natülich nicht fehlen darf: Hier empfielt es sich diese mit etwas Fett an die Blattfeder anzuheften, bevor man diese dann überkopf auf den Revolverteller aufsetzt.:)


    BG

    Bernd

  • Hallo Bernd,


    das ist natürlich eine ganz andere Hausnummer. Vor allem kann man da was kaputt machen; bei meinem Revolver müsste man sich da Mühe geben?.

    Die schmalen Bahnen und vielen Schlitze machen es einem sicher schwer.


    Das mit der Kugel hätte ich noch erwähnen können, das habe ich nämlich gemacht. Sonst würde das Ding auch sofort rauspurzeln.


    Grüße,

    Simon

  • bei meinem Revolver müsste man sich da Mühe geben?

    das sagst du so einfach (in deinem jugendlichen Leichtsinn...:99:)

    Wie oft wurde die Lagerschraube schon zu fest angezogen und es fing auf einmal an zu rattern.<X An die richtige Einstellung muß man sich eben manchmal noch rantasten. Es heißt keine Lose, aber auch kein Rollen. Dagegen hat man es bei den alten CZJ-Revolvern mit Gleitlagerung noch einfach. Und die frühen Revolver kamen auch mit wesentlich weniger Kugeln aus. Da waren die Lücken dazwischen wesentlich größer.

    Es gibt also einige Varianten, auch was die Einstellung der Blattfeder für die Rastung betrifft.


    BG

    Bernd

  • das sagst du so einfach (in deinem jugendlichen Leichtsinn...:99:)

    ?

    Ich habe nicht bedacht, dass das nicht jeder mit Anleitungen, Tipps/Tricks und mit Hinweis auf Do‘s und Don‘ts machen konnte.

    Schon interessant, dass jeder Hersteller hier seinen eigenen Weg geht.

    Besonders angenehm fand ich es hier, das beim Montieren/Umsetzen keine Kugeln rausfallen. Das war eine meiner Sorgen?


    Grüße,

    Simon

  • Hallo zusammen,


    da muss ich euch leider erstmal vertrösten, denn ich hatte zu dem Zeitpunkt leider keine Bilder gemacht. Ich war damals psychisch schon so dermaßen angespannt bloß nix Falsches zu machen, besonders als die ganzen Kugeln runterprasselten, dass ich nicht mal an die Kamera dachte.

    Wenn ich den Revolver des Ersatzteilspenders mal zerlege, werde ich das nachholen und hier mal posten.


    Ich möchte jedoch noch ergänzen, dass es einige Unterschiede bei den W-Stativen gibt (hier ist nur das reine W-Stativ gemeint, nicht die Unteschiede zwischen W und W1a). Beispielsweise staunte ich nicht schlecht, als ich mein Hauptgerät mit dem Erssatzteilspender verglichen hatte. So war in der Führung des Objekttisches beim Hauptgerät eine recht solide Feder eingebaut beim anderen war nicht mal die vorgesehen Bohung für die Feder vorhanden, die Feder fehlte gänzlich und war an der Stelle nicht vorgesehen. Vermutlich wurde in den 50er Jahren nach dem Krieg stetig am Produkt hier und dort was verbessert. Daher wohl die Unterschiede. Die Revolverlagerung könnte also auch betroffen sein. Bei meinem Hauptgerät sind zumindest zwei konzentrische Messingbahnen die mit Kugeln gefüllt waren ohne Käfig (1mm vielleicht sogar kleiner).


    Viele Grüße,

    Marcel

    PS. Bernd, auf die Angsthasenwanne würde ich nie verzichten! :D

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