Diatomee Surirella im Schieflicht

  • Hallo zusammen,


    das ist mein neuster Stack. Auch wenn mir Surirella sp. im Dunkelfeld besser gefallen, habe ich sie hier im Schieflicht fotografiert.

    Der Stack besteht aus 20 Bildern im Abstand von ca. 0,00025mm. Es kam wieder mein Nikon CFN Planapo 60 0.95 160/0.11-0.23 per Direktprojektion zum Einsatz.


    Grüße,

    Simon



  • Hallo Bernd,


    danke sehr. Ja, diese hier ist auch stark gekrümmt. Die Animation war leider nicht schön zu kriegen, hat mich an einen Kartoffelchip erinnert:)

    Leider konnte ich die Diatomee nicht vollständig auflösen. Gibt es eine Liste, mit welchen Aperturen man bestimmte Diatomeen auflösen kann?

    Für das ganze Korbgeflecht müsste es hier sicher A>1 sein. Ich gehe mal mit meinen CFN Nikon Fluor 100 1.3 drüber


    Grüße,

    Simon

  • Hallo Simon,


    mit solchen Geschichten habe ich mich früher mal gerne beschäftigt. Eigentlich dürfte die Apertur von deinem Objektiv mit 0,95 dazu ausreichen. Es hängt aber eben auch einiges davon ab, ob die Auflösung über den Kondensor und die Beleuchtung ausgenutzt werden kann. Und manchmal werden die Strukturen erst bei bestimmten Abblendungen erst sichtbar wie z.B. Zentralblenden mit bestimmten Durchmessern.

    Mit der 100er Öl-Immersion bist du natürlich auch besser gerüstet.


    Beste Grüße

    Bernd

  • Hallo Bernd,


    ich hatte wie meistens mit der 0.9 Frontlinse gearbeitet. Abgeblendet habe ich garnicht, da ich schief beleuchtet habe.

    Mit immergierter 1.4er Frontlinse und köhlerschen Beleuchtung wäre vielleicht mehr drin gewesen. Dann wäre allerdings die Plastizität verloren gegangen.

    Dann gibt es natürlich noch verschiedene Unterarten, diese hier stammt aus der Isle of Skye.

    Mit dem 100er zeigen sich noch deutlich mehr Details und schöne Zeichnungen. Sobald ich den Stapel fertig bearbeitet habe, präsentiere ich

    ihn hier;)


    Grüße,

    Simon

  • Hallo Bernd,


    klar habe ich durch Schieflicht eine einseitige Abblendung erzeugt, ich bezog das auf die Aperturblende des Kondensors. Ich bekomme mit der 0.9er Frontlinse eine bessere schiefe Beleuchtung hin (nach meinem Geschmack jedenfalls). Vielleicht muss ich da auch einfach mehr testen...noch besser ist es mit der 0.63er Frontlinse, aber dann ist Apertur halt schon sehr niedrig.

    Es kam das erste mal mein Nikon CFN Fluor 100 0.8-1.3 160/0.17 Oil zum Einsatz. Ein tolles Objektiv mit hellem, knackigem Bild. Wie zu erwarten sind Farbsäume erkennbar, allerdings ein gutes Stück weniger als bei meinen Zeiss Neofluaren. Das Planapo Pendant ist leider selten und sehr teuer, während dieses Stück ein Schnäppchen war (100 Dollar exkl. Versand und Zoll).


    Erstaunlicherweise ist selbst mit deutlich höherer Auflösung garnicht sooo viel mehr zu erkennen. Es gibt feinere Details, z.Bsp. sind Querrillen deutlich sichtbar (das ist bei der komprimierten Version nicht ganz so gut zu erkennen). Das "Korbgeflecht" scheint bei dieser Unterart bzw. Exemplar allerdings weniger stark ausgeprägt zu sein.

    Ich habe hier 104! Bilder im Abstand von ca. 0,000125mm aufgenommen, also einen Feintriebstrich 8 mal unterteilt. Das ist per Hand nicht mehr vernünftig ausführbar, sodass die Abstände etwas variieren.

    Dieses mal habe ich auch eine schöne Animation hinbekommen:



    beste Grüße,

    Simon


  • Moin Simon,


    auch die Animation ist dir mal wieder tollstens gelungen! :97:

    Eigentlich setzen sich die feinen Linien, die man bei dir ansatzweise sieht, sogar aus einer Reihe von Punkten zusammen. Um das aber auflösen zu können, bedarf es zum einen an Auflösung, aber auch an Kontrast. Mit deinem 100er Nikon-Objektiv sollte das aber zu machen sein.

    Hast du es denn auch schon mal mit der Amphipleura pellucida oder einigen Nitzschienarten, z.B. Nitzschia obtusa probiert?

    Wäre auf jeden Fall mal sehr interessant! Vor allem, wenn du auch dazu wieder Animationen zeigen könntest. :28:


    Beste Grüße

    Bernd

  • Hallo Bernd,


    vielen Dank! Für mich ist das immer ein toller Moment, wenn man zum ersten Mal die tatsächliche Form sieht:)

    Ich versuche mal die Punke aufzulösen. Benötigt man dafür einen immergierten Kondensor? Ich bin mal gespannt, ob ich das schaffe.

    Ich habe mir bisher noch nie die Zähne an Diatomeen ausgebissen, da habe ich grade echt Lust drauf und teste das mal. Ich schau, was meine Präparate so alles bieten, viele habe ich noch garnicht angeschaut.


    Grüße,

    Simon

  • Hallo Simon,


    ich habe mal etwas gegraben und auf die Schnelle leider nur etwas eher Grottiges gefunden:



    Hier hatte ich es mit dem trockenen Plan-Neofluar mit Apertur 0,9 noch geschafft die Punkte der Linien teilweise aufzulösen.

    Wenn du also objektivseitig und kondensorseitig mit Öl rangehst, dürften deine Ergebnisse auf jeden Fall deutlich besser ausfallen.


    Beste Grüße

    Bernd

  • Hallo Bernd,


    Bei deinem Bild kann man die Strukturen samt Punkte schön erkennen.

    Ich bin mir nach meinen beiden weiteren Versuchen recht sicher, dass dieses Exemplar wesentlich feinere Punkte hat, die man nicht so ohne weiteres auflösen kann.

    Ich habe die 1,4er Frontlinse mit Wasser dest. immergiert, geköhlert und anschließend leicht schief beleuchtet. Das habe ich mit dem Nikon Fluor 100er und dem Zeiss Planapo 100er gemacht.

    Beide Objektive schenken sich nichts hinsichtlich der Auflösung und ich konnte keine besseren Ergebnisse erzielen. Manche Strukturen sind jetzt besser, andere schlechter sichtbar.


    Meine Surirella scheint einen anderen Steg bzw. Mittelteil im Vergleich zu deinem Exemplar zu haben. Für das 100er mit KPL 8x war sie zu groß, da habe ich sogar gesticht.

    Rein Subjektiv gefällt mir das Ergebnis mit dem Nikon besser, weshalb ich dieses auch bearbeitet habe und hier poste.


    Grüße,

    Simon


  • Hallo Simon,


    ein Objektiv sowie ein Kondensor mit hoher Apertur nützen wenig, wenn die Apertur nicht ausgeleuchtet wird bzw. werden kann. Es ist dann er gleiche Effekt wie eine Abblendung mit der Iris. Man muß es eben mit der Bertrandlinse bzw, dem Phasenrohr überprüfen, ob das der Fall ist. Auch die Nachfokussierung des Kollektors kann noch einiges bewirken.

    Hinzu kommt, daß die schiefe Beleuchtung als einseitige Abblendung zwar das Bild plastisch erscheinen läßt, aber dabei feine Strukturen nicht immer optimal aufgelöst werden. Günstiger ist dabei das Grenzdunkelfeld bzw. ringförmige Beleuchtung mit passenden Zentralblenden.


    BG

    Bernd

  • Hallo Ihr beiden,


    ich finde die Bilder, besonders die 3D-Animation, wirklich sehr gelungen. Großes Kompliment.

    Da Ihr über die fehlende Struktur gesprochen habt, hat es mein Interesse geweckt und bin selbst auf der Suche im Netz gegangen um überhaupt zu verstehen was Ihr genau gemeint habt.

    Ich finde das Bild (aufgenommen mit einem TEM) von Jian Zhao und Chao Liu zeigt eindurcksvoll die gesuchte Feinstruktur die man bereits bei Bernds Aufnahme an manchen Stellen erahnen kann:


    Bei den Dauerpräparaten werden ja die Kieselalgen vorab aufs Deckglas geklebt. Ist es evtl. möglich, dass die fehlende Feinstruktur nicht der genutzen Optik geschuldet ist sondern eher dem Dauerpräparat bzw. dem nicht idealen Kleber zwischen Deckglas und Diatomeen? Eine weitere Möglichkeit wäre auch, dass die Kieselalge sich leicht gesenkt hat und sich nicht mehr nah am Deckglas befindet. Was für ein Einschlussmittel wurde denn bei Euren Präparaten genutzt?


    Viele Grüße,

    Marcel

  • Hallo Bernd,


    danke für die Tipps, das wird beherzigt. Die COL habe ich gleich mal angewendet:)




    Hallo Marcel,


    danke sehr:)

    bei der TEM Aufnahme kann man sehr schön erkennen, wie Form und Struktur aussehen.

    Das Eindeckmittel spielt definitiv eine Rolle. Manche Eindeckmittel verfärben sich, werden trüb oder bekommen feine Risse. All diese Makel, sowie der Brechungsindex des Mediums beeinflussen dann u.a. die Detailauflösung. Eine große Rolle spielt auch die Tatsache, ob die Diatomeen wirklich direkt am Deckglas haften, oder nicht. Sehr alte Präparate wurden auch mit Deckgläsern gefertigt, die 0,18mm dick sind oder noch exotischere Stärken haben. Durch das hohe Alter sind leider auch viele Diatomeen bereits beschädigt, wie man am angehängten Bild sehen kann. Das Präparat ist über 100 Jahre alt. Leider steht das Eindeckmittel nicht auf dem Etikett.


    Die Testplatte enthält unzählige Surirella gemma. Leider ist keine einzige gut erhalten. Aufgenommen wurde sie unter COL mit meinem Nikon CFN Planapo 60 0.95 160/0.11-0.23 (bei 0.175mm). Man kann an einigen Stellen sehr schön die Netzstruktur erkennen. Mit klassischer Köhlerbeleuchtung war es kaum möglich, diese sichtbar zu machen.

    Die hübschen bunten Farben sind übrigens keine CA. Vermutlich sind es Interferenzen an den Bruchstellen.


    Unter den gleichen Bedingungen konnte ich übrigens die Netzstruktur der anderen Surirella (Schottland) nicht einmal ansatzweise auflösen. Ich teste das nochmals mit einem höheraperturigen Objektiv.


    Grüße,

    Simon


  • Hallo Simon,


    die Maßnahmen scheinen also Wirkung gezeigt zu haben. Gratulation! :97:

    Der Brechungsindex des Einschlußmittels und die Lage zum Deckglas spielt natürlich auch eine wichtige Rolle. Deswegen nimmt man bei Diatomeen auch Nafrax anstatt Malinol. Luft wäre sogar auch noch eine Variante.

    Kurzwelliges Licht würde auch noch etwas bringen, allerdings geht das schlecht mit einer Farbkamera. Und man kann nicht visuell beobachten.

    Exkurs zu den kürzeren Wellenlängen


    Mit dem hochaperturigen Objektiv kann es eigentlich nur noch besser werden.:28:


    Beste Grüße

    Bernd

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